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14.01.2017

15:31 Uhr

Angst vor China

Australien und Japan stärken Militärbündnis

Chinas wachsende Militärmacht beunruhigt die Pazifikregion. Australien und Japan unterzeichneten nun ein Bündnis, in dem sich die Länder gegenseitig mehr militärische Unterstützung zusichern.

Der japanische Premier (l.) und sein australischer Amtskollege haben ein Bündnis für mehr militärische Zusammenarbeit unterzeichnet. AFP

Shinzo Abe und Malcolm Turnbull

Der japanische Premier (l.) und sein australischer Amtskollege haben ein Bündnis für mehr militärische Zusammenarbeit unterzeichnet.

SydneyJapan und Australien haben sich angesichts der wachsenden Macht Chinas in Asien auf eine engere militärische Zusammenarbeit verständigt. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe und Australiens Premier Malcolm Turnbull unterzeichneten bei einem Treffen am Samstag in Sydney einen entsprechenden Verteidigungspakt, wonach sich beide Länder etwa bei Manövern gegenseitig unterstützen wollen. Zudem berieten sie den Angaben zufolge über Handel und Sicherheitsaspekte in der Region.

Der anhaltende Aufstieg Chinas zur Militärmacht im Pazifik hat auch Japan alarmiert. Abe befindet sich derzeit auf Besuchstour durch vier Nationen, um dort die Interessen des Landes bei Handel und Sicherheit durch Kooperationen abzusichern. In Sydney waren neben einem Treffen mit Turnbull auch Zusammenkünfte mit Unternehmern und Repräsentanten aus der Tourismusbranche geplant. Danach wird Abe nach Indonesien und Vietnam weiterreisen.

Japan und Australien wollten in Zukunft unter anderem ihre Aktionen im Streit um das von China beanspruchte Südchinesische Meer sowie gegen die Atombedrohung seitens Nordkorea koordinieren, sagte Abe nach dem Treffen mit Turnbull. „Die Beziehung zwischen Australien und Japan ist enger, stärker und konstruktiver als je zuvor“, betonte er.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

Bei einem Treffen mit dem philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte hatte Abe zuvor den Sieg dessen Landes vor einem Schiedsgericht begrüßt. Dies hatte entschieden, dass Chinas Machtanspruch auf den Großteil des Südchinesischen Meeres ungültig ist. Abe sagte den Philippinen Vereinbarungen im Wert von 8,7 Milliarden Dollar (etwa 8,2 Milliarden Euro) zu, darunter etwa diverse Geschäftsmöglichkeiten, Privatinvestitionen sowie Ausrüstung zur Terrorbekämpfung.

Von

ap

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