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18.09.2013

19:20 Uhr

Angst vor Isolation

Britische Liberale kämpfen für EU-Mitgliedschaft

Während Premier Cameron über einen Abschied der Briten aus der EU nachdenken, wollen sich die britischen Liberaldemokraten für einen Verbleib einsetzen. Das belastet die Umfragewerte der kleinen Partei.

Nick Clegg, Chef der britischen Liberaldemokraten, spricht sich für einen Verbleib in der EU aus. dpa

Nick Clegg, Chef der britischen Liberaldemokraten, spricht sich für einen Verbleib in der EU aus.

LondonGroßbritanniens Vize-Premier Nick Clegg hat seine liberaldemokratische Partei zum Kampf für den Verbleib des Königreichs in der EU aufgerufen. „Liberaldemokraten, es ist unsere Aufgabe, für das nationale Interesse einzutreten“, sagte Parteichef Clegg am Mittwoch zum Abschluss des Herbstparteitags in Glasgow. Dafür müsse alle Parteipolitik überwunden werden. „Die Konservativen haben die bizarre Ansicht, dass wir Europa den Rücken zukehren und trotzdem weiter eine Führungsposition in der Welt haben könnten.“ Großbritannien werde aber nicht mehr ernst genommen, wenn es sich selbst derart isoliere.

Clegg wandte sich gegen innerparteiliche Kritik an ihm, er habe als Juniorpartner in der Koalitionsregierung mit den konservativen Tories von Premierminister David Cameron die Interessen der „LibDems“ zu wenig verfolgt. Der Parteichef betonte, die wirtschaftliche Erholung Großbritanniens sei ohne die Liberaldemokraten nicht möglich gewesen. So seien sie etwa für die Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen verantwortlich. Am Dienstag hatte Clegg kostenloses Essen für Kinder in den ersten drei Schuljahren bekanntgegeben und sich damit auch von den Konservativen abgrenzen wollen. Die Partei habe gezeigt, dass sie erfolgreich regieren könne, sagte er.

Er forderte die Briten auf, bei der nächsten Parlamentswahl 2015 sicherzustellen, dass keine Ein-Parteien-Regierung zustande kommen könne. „Labour würde die Erholung zerstören. Die Konservativen würden uns die falsche Form der Erholung geben.“

Clegg hatte in der Koalition mehrfach vom Parteiprogramm abweichen und unbequeme Entscheidungen der Tories mittragen müssen. Die Partei rutschte in Umfragen unter zehn Prozent ab. Zudem ergab eine Umfrage in der liberaldemokratischen Wählerschaft, dass diese inzwischen Wirtschaftsminister Vince Cable als Parteichef favorisieren würde.

Von

dpa

Kommentare (4)

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manthra

18.09.2013, 19:51 Uhr

Was eigentlich ist das für eine Schizophrenie?? Die Briten wollen ins EU-Parlament, hier die Liberalen; die Liberalen in Deutschland drängen zu AfD-Standpunkten und wollen zum Nationalstaat zurück, weg von der EU, weg vom EURO.

no_bebo

18.09.2013, 21:56 Uhr

Lucke ist nicht der richtige Name, richtig ist "Lücke".

Hermann

18.09.2013, 23:19 Uhr

und der Vorname ist nicht Bernd sondern Bildungs ???

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