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04.04.2011

19:37 Uhr

Angst vor US-Schuldenkollaps

Pimco-Chef warnt vor US-Haushaltskrise

VonRolf Benders

Der US-Kongress streitet weiter um den Haushalt. Wenn er sich nicht einigt, geht Obamas Regierung in wenigen Tagen das Geld aus. Mit unabsehbaren Folgen, sagt der Chef des größten Anleihenfonds PIMCO, Mohamed El-Erian.

Mohamed El-Erian fürchtet die Folgen des Streits um das US-Haushaltsgesetz und drängt zur Eile. Quelle: Reuters

Mohamed El-Erian fürchtet die Folgen des Streits um das US-Haushaltsgesetz und drängt zur Eile.

New York"Es besteht dann die Gefahr einer ähnlichen Situation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008", sagte Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Bondfonds Pimco im Gespräch mit dem Handelsblatt. Noch in dieser Woche laufen die Zahlungsermächtigungen der US-Regierung nach dem aktuellen Haushaltsgesetz aus.

Gelingt den Parteien im Kongress diese Woche nicht noch ein Kompromiss im Haushaltsstreit, fehlen der Regierung in Washington ab Freitag die Mittel, um die Arbeit von Ministerien und Behörden zu finanzieren. Die Regierung macht faktisch dicht. Zuletzt gab es dies in den 90er Jahren. Damals war das kein großes Problem.

Wegen der hohen Verschuldung der USA wäre das dieses Mal jedoch anders, meint der ehemalige IWF-Topmanager El-Erian. "Angesichts der heutigen Rahmenbedingungen wäre das schlimmer, die Folgen unabsehbar."

El Erian sieht folgende Gefahr: "Wenn die Regierung ihre Gläubiger und Lieferanten nicht mehr bezahlen kann, ist dies ein so genannter technischer Default. Folgendes könnte passieren: Die Regierung kann den einen Lieferanten oder ein Schuldpapier nicht bedienen. Ein anderer Gläubiger oder Lieferant prüft seine Papiere und stellt fest, dass er in diesem Fall das Recht hat, seine Forderungen sofort fällig zu stellen."

Man könne nicht abschätzen, wie viele Vertragspartner diese Situation ausnutzen würde, so El-Erian. Er setzt auf die Vernunft der Politiker. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung dicht machen muss, ist vielleicht nicht groß. Aber die Folgerisiken sind es", sagte er. Das müssten die Entscheider begreifen.

Die beste Lösung wäre aus El Erians Sicht mehr als nur eine kurzfristige Reparatur des laufenden Haushalts und eine Anhebung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar, das die USA bald erreichen: "Das beste Szenario wäre, wenn das Schuldenlimit angehoben und gleichzeitig Grundsätze für eine mittelfristige Reform der Staatsfinanzen beschlossen würden. Diese müssten Einnahmeerhöhungen und Ausgabenkürzungen beinhalten. Aber ich bin wegen der politischen Lage wenig optimistisch, dass das funktioniert."

Kommentare (7)

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KriminelleMachenschaften

04.04.2011, 19:43 Uhr

Nix wird passieren.
Es wird weiter fröhlich Geld gedruckt und die Börsen in die Hyperinflation nach oben gepusht.

Kächerlich überhaupt etwas anderes anzunehmen. Das weiss ich der Pimper-Chef.

Petra

04.04.2011, 20:00 Uhr

Was für ein Rating hat die USA nochmal?

Route666

04.04.2011, 20:12 Uhr

D?

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