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26.01.2005

17:50 Uhr

Anhaltende Angriffe

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Wahlen im Irak

Die ersten freien Wahlen im Irak müssten nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft und Jahrzehnten hausgemachter Diktaturen eigentlich Freude und befreiende Gefühle hervorrufen. Doch die Lage ist anders. Angesichts anhaltender Angriffe hat die irakische Regierung hat am Mittwoch die Sicherheitsvorkehrungen für die Wahl am Sonntag weiter verschärft.

HB BAGDAD/WASHINGTON. Die Parlaments- und Regionalwahlen am 30. Januar finden mitten in einem nicht erklärten Bürgerkrieg statt. Militante Besatzungsgegner und fanatische Islamisten bekämpfen die unter US- Obhut entstehende neue Staatsform und ihre neuen Institutionen mit allen Mitteln. Der fanatischste unter ihnen, der jordanische Terrorplaner Abu Mussab al-Sarkawi, kündigte einen „erbitterten Krieg gegen das sündige Prinzip der Demokratie und gegen alle, die dieser falschen Ideologie folgen“ an.

Die irakische Übergangsregierung nimmt diese Drohungen ernst - und verwandelt dort, wo sie die Kontrolle hat, den Urnengang in einen Orwellschen Sicherheits-Albtraum. Nächtliche Ausgangssperren, geschlossene Grenzen, eingestellter Flugverkehr und ein seit fast zwei Monaten geltender Ausnahmezustand mit Sondervollmachten für Polizei und Militär bilden nur den Auftakt. Denn geht es nach dem Willen von Übergangspremier Ijad Allawi und Innenminister Falah al- Nakib, dann wird es am Wahlsonntag keinen Autoverkehr geben.

Getragen wird die Absicht von dem logisch folgerichtig erscheinenden Gedanken, dass es keine Autobomben geben kann, wenn keine Autos fahren. Doch dazu gibt es einen logisch ebenso unbestechlichen Umkehrschluss, den geübte Iraker wie der Geldwechsler Mahmud Dschanabi ziehen: „Wenn nur Militärs, Polizisten, Amtspersonen und Wahlhelfer mit dem Auto unterwegs sind, dann ist für die andere Seite doch klar: jedes Fahrzeug ist ein legitimes Ziel.“

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