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28.01.2012

15:00 Uhr

Anhaltende Gewalt

Arabische Liga unterbricht Syrien-Einsatz

Angesichts anhaltender Gewalt hat die Arabische Liga ihren Beobachtereinsatz in Syrien ausgesetzt. Über 5000 Tote gab es seit Beginn der Proteste. Die arabisch-europäische Syrien-Resolution wird durch Russland blockiert.

Die Gewalt in Syrien bricht nicht ab. dapd

Die Gewalt in Syrien bricht nicht ab.

Kairo/BeirutDie Arabische Liga hat nach Angaben aus Kreisen ihren Einsatz in Syrien unterbrochen. Die Entscheidung sei angesichts der anhaltenden Gewalt getroffen worden und werde im Laufe des Tages offiziell bekanntgegeben, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag. Die Beobachter selbst würden zunächst in Syrien bleiben. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Der Chef des Einsatzes, Adnan al-Chodeir, sagte nicht, ob eine Entscheidung zu einem Stopp der Arbeit getroffen worden sei. Er sagte Reuters jedoch, die Liga werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Sicherheit der Beobachter sicherzustellen.

Die Regierung in Damaskus geht seit fast einem Jahr gewaltsam gegen Demonstranten vor, die den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad fordern. Nach Schätzungen der UN sind seit Beginn des Aufstands in Syrien im vergangenen März 5.400 Menschen ums Leben gekommen. Die syrische Führung spricht von 2000 Toten, bei denen es sich vor allem um Angehörige der Sicherheitskräfte handeln soll.

Erst heute wurde bekannt, dass im Osten Syriens bei Kämpfen wieder ein Mensch ums Leben gekommen ist. Das meldeten die in London ansässige Organisation Syrisches Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees am Samstag. Bei dem Beschuss der Stadt Koria in der ölreichen Provinz Deir el-Sour wurde zudem eine Ölpipeline getroffen, es brach ein Feuer aus. Weiter hieß es, in der zentralsyrischen Provinz Homs und in den Vororten der Hauptstadt Damaskus sei es zu schweren Zusammenstößen zwischen regierungstreuen Truppen und Soldaten gekommen, die sich der Opposition angeschlossen haben.

Des Weiteren werden Syrien anscheinend mehrere Iraner von Rebellen festgehalten. Der Vize-Chef der Armee der syrischen Deserteure, Malek al-Kurdi, sagte der arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ (Samstag), dass sieben Iraner in der Protesthochburg Homs festgenommen worden seien. Es handele sich um fünf Militärexperten und zwei Zivilisten. Was mit den Gefangenen geschehen soll, sagte er nicht.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte am Donnerstag über eine Entführung von elf Pilgern in Syrien berichtet. Die syrische Opposition wirft dem Iran vor, das Regime von Baschar al-Assad im Kampf gegen die Demokratiebewegung zu unterstützen.

Auch am Samstag ging das Blutvergießen in Syrien weiter. In der Nähe von Damaskus wurden nach Angaben von Aktivisten am Vormittag elf Menschen von Regierungstruppen getötet. Auch in Homs und Hama dauere der Gewalteinsatz an.

Kommentare (4)

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roby

28.01.2012, 20:14 Uhr

http://www.politaia.org/israel/syrische-schriftstellerin-berichtet-uber-die-vorgange-in-ihrem-land/

Vielleicht sollte man das hier mal lesen um sich ein genaues Bild zu machen was wirklich in Syrien abgeht.

roby

28.01.2012, 20:34 Uhr

http://www.voltairenet.org/de

Ich Glaube das sagt doch alles.

Victor

29.01.2012, 00:09 Uhr

Die Kritik an der syrischen Regierung ist Hohn und unglaubwürdig. Unabhängig von der Tatsache, daß die Rebellen im Ausland ausgebildet und von westlichen Geheimdiensten nach Syrien eingeschleust wurden, berechtigt ihr militärischer Einsatz den vollen und kompromisslosen Einsatz des syrischen Militärs. Auch die deutsche Regierung ist bereechtigt, mit aller waffentechnischen Macht gegen eine Terrororganisation auf deutschem Boden vorzugehen. Sie macht es ja sogar im Ausland wie zB. in Afghanistan gegen die Taliban oder AlCaida. Hier wird also mit zweierlei Maß gemessen.

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