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09.05.2017

04:16 Uhr

Anhörung zu Russland-Verbindungen

Das gefährliche Warten des Donald Trump

VonAxel Postinett

Trotz eindringlicher Warnungen wartete das Weiße Haus drei Wochen, um den Sicherheitsberater Michael Flynn zu entlassen. Ein Dickicht aus Vertuschungen, Verharmlosungen und Handlungsunfähigkeit verunsichert Washington.

Die frühere US-Justizministerin Sally Yates fordert, Beteiligte wegen ihrer Rolle in der mutmaßlichen Wahlbeeinflussung vor Gericht zu bringen. Reuters

USA

Die frühere US-Justizministerin Sally Yates fordert, Beteiligte wegen ihrer Rolle in der mutmaßlichen Wahlbeeinflussung vor Gericht zu bringen.

San FranciscoIhr Auftritt war selbstbewusst, ruhig und überzeugend. Die Antworten kamen klar und ohne Unsicherheit oder Aggression. Sally Yates hatte etwas zu sagen, und sie machte gar keinen Versuch, es mit einem Zuckerguss zu übergießen.

Sie war Ende Januar 2017 gleich zwei Mal ins Weiße Haus gekommen, um Donald Trumps Regierungsteam persönlich davon in Kenntnis zu setzen, dass Sicherheitsberater Michael Flynn, ein früherer, hoch respektierter General und Sicherheitsexperte, zu einem Risiko geworden sei, erklärte sie in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss. „Wir waren überzeugt“, so die damalige Justizministerin und oberste Strafverfolgerin der USA, „dass Flynn kompromittiert war.“ Und „das Letzte, was wir wollen“ sei ein US-Sicherheitsberater in der Hand Russlands. Damit sei er anfällig für Erpressungen.

Sie habe Don McGahn, Chefanwalt im Weißen Haus, davon in Kenntnis gesetzt, dass Flynn den Vizepräsidenten zum Thema Russland-Gespräche belogen habe - in Folge hätten Mike Pence und andere Regierungsmitglieder falsche Statements abgegeben.

Die langerwarteten Aussagen der 56-jährigen Karrierepolitikerin, die selbst nur wenige Tage nach ihrem Besuch im Weißen Haus von Donald Trump gefeuert worden war, wirft ein Schlaglicht auf Seilschaften und Vasallentreue im Weißen Haus. Donald Trump reagierte fast drei Wochen lang nicht auf die Warnungen und ließ Flynn sogar an hochkritischen Sitzungen und Telefonaten mit Wladimir Putin teilnehmen. Erst als Medienberichte auftauchten und Details über Telefonate sowie bezahlte Festreden in Moskau bekannt wurden, musste Flynn gehen. Zuerst hieß es noch, er sei zurückgetreten und er habe nichts Verbotenes getan. Später hieß es, Trump habe ihn gefeuert.

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Die Details, die in der Anhörung Yates‘ bekannt wurden, machen hellhörig. Am 24. Januar, nur Tage nach der Vereidigung von Trump, wurde Flynn vom FBI verhört. Am 25. Januar bekam Yates eine Abschrift vorgelegt. Sie habe beschlossen, persönlich und sofort das Weiße Haus zu informieren.

Den Standardreport „302“ des FBI zum Verhör, der nur wenige Tage später gekommen wäre, wollte sie nicht abwarten. Sie rief an und erklärte, dass sie etwas habe, über das sie nicht am Telefon sprechen könnte. Was genau, unterliege immer noch „strengster Geheimhaltung“. Aber das „zugrunde liegende Verhalten“ sei „in sich problematisch“. Und Yates fügt an: „Die Russen wussten es auch.“

Kommentare (8)

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Herr Hofmann Marc

09.05.2017, 09:18 Uhr

Was ein Quatsch...das machen zwei echte Kerle wie Trump oder Putin unter sich aus, bei einem Glas Wodka oder Whisky.

Herr Piet Vrolijk

09.05.2017, 09:26 Uhr

Ja, die gute Herr Trump muß noch viel lernen. Er ist nur die 'Präsident'. Das Dumme für die Herr Trump sind nun die Gesetze & die Verfassung von die USA. Daran muß sich auch die Präsident halten. Aber das will er nicht. Er wäre lieber eine gesetzlose Despot wie die Herr Putin oder die Herr Erdogan, aber da stehen zm Glück noch einige Gesetze in den Weg bevor er das wäre. Und das ist gut.

Herr Nasch Freudiger

09.05.2017, 09:52 Uhr

@Herr Hofmann Marc
Ich lese interessiert Ihre an sich gute Kommentare, doch Sie sollten schon wissen, dass zu mindestens Herr Trump seit jeher ein vortrefflicher Abstinenzler ist - ohne Ausnahmen, wie es heißt.

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