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04.03.2013

18:38 Uhr

Anklage im „Ruby“-Prozess

Systematische Prostitution in Berlusconis Villa

Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi vor, für die ausufernden Partys in seiner Villa ein „umfassendes System der Prostitution“ geschaffen zu haben. Die Anwälte des Ex-Regierungschefs wollen auf Freispruch plädieren.

Für Silvio Berlusconi zieht sich die Schlinge im sog. „Ruby-Prozess“ langsam enger. AFP

Für Silvio Berlusconi zieht sich die Schlinge im sog. „Ruby-Prozess“ langsam enger.

MailandFür die wilden Privatpartys von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach Einschätzung der Anklage ein „umfassendes System der Prostitution“ organisiert worden. Dabei sei die seinerzeit noch minderjährige Marokkanerin Ruby ein „fester Bestandteil“ gewesen, führte Staatsanwalt Antonio Sangermano zu Beginn seines Plädoyers am Montag in Mailand aus. Der „Ruby“-Prozess gegen Berlusconi ist damit in der Schlussphase. Der Medienzar und Milliardär ist angeklagt, Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt und sein Amt missbraucht zu haben. Ein Urteil in erster Instanz wird am 18. März erwartet.

Steckbrief Silvio Berlusconi - der „Cavaliere“

Herkunft

Geburtstag: 29. September 1936

Geburtsort: Mailand

Familie

Vater: Bankangestellter Luigi Berlusconi (1908-1989)

Mutter: Rosa Bossi (1911-2008)

Familienstand: getrennt lebend, seit 2009 in Scheidung

Kinder: drei Töchter und zwei Söhne aus zwei Ehen

Studium

1961 Jura-Examen mit Bestnote der Universität Mailand

Größe

1,64 Meter

Spitzname

„Cavaliere“ (Ritter, Kavalier)

Partei

1994 Gründung der Forza Italia, 2008 neue Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit)

Regierungschef

Von Mai 1994 bis Januar 1995, dann von 2001 bis 2006, erneut zum Ministerpräsidenten gewählt am 8. Mai 2008. Im November 2011 trat Berlusconi nach einer langen Reihe von Skandalen zurück.

Besitz

Rund 150 Firmen, darunter der Fußballverein AC Mailand

Vermögen

Geschätzt auf mehr als sechs Milliarden Euro

Selbsteinschätzung

„Mit mir kann sich keiner vergleichen, nicht in Europa und nicht in der Welt.“

Es sei falsch, nur von Festessen in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand auszugehen, angereichert durch ein paar „burleske Szenen“, sagte der Staatsanwalt. Dies hatte Berlusconis Seite immer behauptet. Vielmehr habe ein Kreis von Vertrauten und Freunden Berlusconis ein regelrechtes „System“ organisiert: Die jungen Frauen seien in bar bezahlt oder mit beruflichen Versprechungen honoriert worden.

Das Plädoyer sollte an diesem Freitag fortgesetzt werden. Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte danach auf Freispruch plädieren. Berlusconi hatte immer seine Unschuld beteuert. Ihm drohen für die ihm zur Last gelegten Anklagepunkte jeweils mehrere Jahre Haft. Ein erstinstanzliches Urteil hat in Italien aber zwei Berufungsinstanzen.

Von

dpa

Kommentare (23)

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kuac

04.03.2013, 19:25 Uhr

Wahrscheinlich ist das auch Schuld von Steinbrück, dass der Berlusconi ein Rotlichtgewerbe betreibt.

tokchii

04.03.2013, 19:45 Uhr

Wofür will dieser Mann ne Goldmedaille?
Dafür, dass er der europäischen Jugend einen Lebensstil ( Schönheits-OPs, Egoismus, Sex statt Liebe, Jugendwahn, Sexismus, Mediensteuerung, Steuerhinterziehung, Bestechung,..) vorlebt, den derzeit weltweit Milliarden von Frauen kritisieren?
Seit wann gibt's Goldmedaillen für Psychopathen?

Account gelöscht!

04.03.2013, 19:54 Uhr

Schön dass Psychopathen am Ende nur noch lächerlich sind.

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