Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2017

04:23 Uhr

Ankündigung via Twitter

Trump entscheidet heute über Klimaabkommen

Auch die Zukunft des Planeten behandelt Donald Trump wie eine TV-Show. Via Twitter lässt der US-Präsident die Welt wissen, dass er seine Entscheidung zum Pariser Klimaabkommen am Donnerstag verkünden wird.

Am Donnerstag wird der US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung zum Klimaabkommen kundtun. Reuters

Donald Trump

Am Donnerstag wird der US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung zum Klimaabkommen kundtun.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will am Donnerstag seine mit Spannung erwartete Entscheidung verkünden, ob die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen oder nicht. Er kündigte im Kurznachrichtendienst Twitter eine Erklärung für 15 Uhr (Ortszeit, 21 Uhr MESZ) im Rosengarten des Weißen Hauses an. Seine Nachricht schloss er mit den Worten: „MAKE AMERICA GREAT AGAIN!“ (zu Deutsch etwa: „Amerika wieder großartig machen!“). Zuvor hatten sich Anzeichen verdichtet, dass der Republikaner die historische Vereinbarung aufkündigen will.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte Trump vor einem solchen Schritt. „Ich bin ein Transatlantiker. Aber wenn der amerikanische Präsident in den nächsten Stunden oder Tagen sagen würde, er will aus dem Pariser Abkommen aussteigen, dann ist es die Pflicht Europas zu sagen: So geht das nicht“, sagte Juncker am Mittwochabend bei einer Diskussionsveranstaltung der Bundesvereinigung der Arbeitgeber und der Schwarzkopf-Stiftung in Berlin.

Juncker rief die Gefahren des Klimawandels in Erinnerung. „Da geht es nicht nur um die Zukunft der europäischen Menschheit, es geht vor allem um die Zukunft der Menschen andernorts.“ 83 Länder liefen Gefahr, von der Erdoberfläche zu verschwinden, wenn der Kampf gegen den Klimawandel nicht resolut geführt werde, sagte der Kommissionspräsident.

Trump wollte am Mittwoch nicht sagen, ob er dazu tendiert, das Abkommen aufzukündigen. „Ihr werdet es bald herausfinden“, sagte der Republikaner auf Fragen von Journalisten. Auch sein Sprecher Sean Spicer machte keine Angaben dazu, ob Trump sich bereits entschieden habe. „Er ist der, der das letzte Wort hat“, erklärte er lediglich. Einige Stunden später kündigte Trump dann seine offizielle Erklärung an.

Schon zuvor hatte der Nachrichtenblog Axios berichtet, Trump habe eine Grundsatzentscheidung gefällt. Axios berichtete weiter, die Modalitäten eines Austritts seien jedoch noch nicht entschieden. Darüber werde in einem kleinen Kreis im Weißen Haus beraten.

Kampf ums Klima: Abschied von Paris

Kampf ums Klima

Premium Abschied von Paris

Steigt Trump aus dem Pariser Abkommen aus? Dann könnte China zu Europas wichtigstem Verbündeten werden. Doch in Wirtschaftsfragen bleibt Peking hart. Zum Besuch von Premier Li in Berlin und Brüssel machen Firmen Druck.

Trump könnte den langwierigen Prozess eines Rückzugs aus dem Pariser Abkommen anschieben, aber auch aus der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen austreten, die seit 1994 in Kraft ist. Letzteres wäre ein noch radikalerer Schritt.

Sollte es zum Austritt kommen, wäre dies nach langer interner Debatte ein Sieg für die Radikalen im Weißen Haus um Trumps Strategieberater Stephen Bannon und Berater Stephen Miller. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und auch seine Tochter Ivanka sollen gegen einen Austritt sein. In Umfragen sprachen sich zwei Drittel der Amerikaner für einen Verbleib aus.

Nicht zuletzt hatte die Energiebranche in den USA sich zu großen Teilen gegen einen Austritt aus dem Pariser Abkommen ausgesprochen. Auch die sechs anderen Staats- und Regierungschefs beim zurückliegenden G7-Gipfel am Wochenende auf Sizilien hatten versucht, Trump von der Bedeutung der Klimaübereinkunft zu überzeugen.

In dem Abkommen hatten sich 195 Staaten im Dezember 2015 in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf „deutlich unter zwei Grad“ im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Deutsch-amerikanische Beziehung

Verwirrung: Sind Trump und Merkel nun Freunde oder nicht?

Deutsch-amerikanische Beziehung: Verwirrung: Sind Trump und Merkel nun Freunde oder nicht?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Kommentare (21)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

01.06.2017, 08:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Stefan Nold

01.06.2017, 09:36 Uhr

Präsident Trump müsste nur die Veröffentlichungen des US-Wirtschaftsministeriums zu den CO2-Messungen am Mauna Loa in Hawaii lesen. Da kann man sehr gut messen, weil es um Hawaii herum Tausende Kilometer nur Wasser gibt und sonstige Störeinflüsse gering sindt:

https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/full.html

In 50 Jahren (ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte) eine Zunahme von 25%, das ist schon beachtlich. Interessant sind auch die gegenüber dem Langzeittrend viel geringeren saisonalen Schwankungen. Gesehen habe ich die Kurve zum ersten Mal im Science Museum in London. Diese aus einer 50 jährigen Messreihe aus offizieller Quelle stammende Kurve war für mich der schlagende Beweis für den Klimawandel. Man muss handeln. Wir glauben, wir säßen in einem Motorboot, wo man in Zehntelsekunden seine Richtung ändern kann. Wir sitzen aber in einem unvorstellbar großen Tanker, fahren zwischen gewaltigen Eisbergen herum und haben nur eine sehr ungenaue Karte. Das ist ungefähr die Situation, in der wir uns befinden und am Ruder haben wir Präsident Trump, der die USA steuert wie Francesco Schettino die Costa Concordia. Was man aber dazu sagen muss: Europa redet zwar viel - praktisch tut sich nichts. Wir sind aus der Atomenergie ausgestiegen, das war angsichts der ungeklärten Endlagerung zwar richtig - haben aber weder gespart noch Ersatz geschaffen. Natürlich ist da unser CO2-Ausstoß wieder gestiegen. Angela Merkel ist promovierte Physikerin, sie war Umweltministerin, sie ist seit fast 12 Jahren Bundeskanzlerin und sie hat eine unvergleichliche und bewundernswerte Energie - bloß effektiv herausgekommen ist in Sachen Klimaschutz praktisch nichts. Als Elektroingenieur kann muss ich sagen: Viel Leistung, aber fast nur Blindleistung und keine Wirkleistung. Gerade durch seine Ablehung mobilisiert Trump viel eher Kräfte, das Klima zu schützen als das einschläfernde Gerede von Frau Merkel.

Herr Vinci Query

01.06.2017, 10:04 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×