Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2017

17:41 Uhr

Ankündigung via Twitter

Trump will Transgender vom Militärdienst ausschließen

Ex-US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte es im Juni 2016 möglich gemacht, dass Transgender nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen. Das will US-Präsident Trump nun wieder rückgängig machen.

Der US-Präsident will keine Transgender im Militär. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Der US-Präsident will keine Transgender im Militär.

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will Transgender vom Militärdienst ausschließen. Das verkündete der Republikaner am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Regierung werde es nicht erlauben, dass Transgender im Militär dienten, schrieb er. Das Militär müsse sich auf den „entscheidenden und überwältigenden Sieg“ konzentrieren und könne nicht mit den „enormen medizinischen Kosten“ belastet werden, die mit dem Dienst von Transgendern einhergingen, fügte er hinzu.

Trump macht damit eine Maßnahme der Vorgängerregierung von Barack Obama rückgängig. Der damalige Verteidigungsminister Ashton Carter hatte im Juni 2016 durchgesetzt, dass Transgender nicht mehr vom Militärdienst ausgeschlossen werden dürfen. Er machte es Mitgliedern der Streitkräfte damit auch möglich, dass sie ihr Geschlecht angleichen können. Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht - oder nicht nur - mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde.

Trumps Entscheidung offenbart einmal mehr, wie sehr seine Regierung bemüht ist, Entscheidungen von Obamas Regierung zu revidieren, die als wichtige liberale Errungenschaften galten. Carters Maßnahme war als entscheidender Schritt zu mehr Gleichberechtigung im Militär gewertet worden. Viele Republikaner kritisierten die Öffnung aber schon damals. Trump zielt damit einmal mehr auf seine konservative Kernanhängerschaft ab.

Nach Carters Entscheidung war es Transgendern möglich, offen im Militär zu dienen. Seit Oktober konnten sie dann auch medizinische Versorgung durch das Pentagon in Anspruch nehmen, die sie für die Geschlechtsangleichung brauchen. Das Militär bekam dann bis zum Juli dieses Jahres Zeit, um Leitlinien zu entwickeln. Dann sollten sich auch Transgender, die noch nicht beim Militär sind, zum Dienst verpflichten können. Trumps Verteidigungsminister James Mattis verschob die Umsetzung aber zuletzt um sechs Monate.

Es blieb am Mittwoch zunächst offen, was mit Transgendern ist, die derzeit schon Teil der Streitkräfte sind. Es ist unklar, wie viele Betroffene es gibt. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr schätzte die Zahl der Transgender auf zwischen 1320 und 6630. Die dem Pentagon nahestehende Denkfabrik RAND geht in dem Papier davon aus, dass sich die zusätzlichen medizinischen Kosten auf zwischen 2,4 Millionen und 8,4 Millionen US-Dollar im Jahr belaufen. Das sind demnach nicht mehr als 0,13 Prozent der gesamten medizinischen Kosten des Militärs.

Die Autoren kommen zudem zu dem Schluss, dass die Streitkräfte anderer Länder, die den Dienst für Transgender erlaubten, wenig oder keine Auswirkungen auf die Bereitschaft der Truppe verzeichnet hätten.

Aus dem Kongress kam am Mittwoch prompt Kritik an Trumps Entscheidung. Die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen erklärte auf Twitter: „Keinem Amerikaner, ganz gleich welcher sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, darf die Ehre und das Privileg untersagt werden, für unser Land zu dienen.“ Der demokratische Senator Ed Markey sagte, Transgender im Militär seien keine Ablenkung, sie seien „engagierte Patrioten“.

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die LGBT-Community schützen zu wollen. In einem Tweet vom Juni 2016 erklärte er, er werde für sie kämpfen. Diese Nachricht machte am Mittwoch erneut die Runde. Nutzer fragten, ob Trump wisse, wofür das T in der Abkürzung stehe. LGBT steht für die englischen Begriffe Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bi (bisexuell) und Trans.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Tomas Maidan

26.07.2017, 17:31 Uhr

Trump will dies, Trump will das. Ist doch alles Gurke. Morgen geht er wieder Golf spielen, isst ein Stück Schokoladenkuchen und erinnert sich an nichts mehr. Die zwölf bis siebzehn Transgender-Fuzzis in der US-Armee sind doch nun völlig egal.

Herr Peter Spiegel

26.07.2017, 17:50 Uhr

Herr Tomas Maidan@Die zwölf bis siebzehn Transgender-Fuzzis in der US-Armee sind doch nun völlig egal.

Diese Außerung ist Wehrkraftzersetzung im höchsten Grade, ein Fall für die CIA.

Herr Tomas Maidan

26.07.2017, 19:21 Uhr

Wehkraftzerstetzung ist es, wenn ein Trump versucht, sich vom russischen Geheimdienst an die Macht zu bringen um anschließend die NATO zum Zerfall zu bringen. Alles deutet darauf hin, dass dies so ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×