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25.09.2012

13:33 Uhr

Anleihekäufe

Spanien fordert konkrete Zahlen von der EZB

Im Notfall will die EZB die Anleihen notleidender Staaten kaufen – unbegrenzt. Nun fordert eines des Krisenländer, Spanien, genauere Angaben über den Umfang. Vorher will die Regierung kein Hilfsgesuch stellen.

Spaniens Ministerpräsident Rajoy: Wann kommt der Hilferuf? AFP

Spaniens Ministerpräsident Rajoy: Wann kommt der Hilferuf?

„Wir müssen wissen, in welchem Umfang die EZB am Sekundärmarkt intervenieren wird”, sagte die stellvertretende spanische Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria gegenüber dem Radiosender Cadena Ser am Dienstag. „Um Entscheidungen zu treffen, müssen alle Faktoren bekannt sein.”

Saenz hat durchblicken lassen, dass ein Hilfsersuchen der Regierung näher rückt. Ministerpräsident Mariano Rajoy will am 27. September im Rahmen des Haushaltsentwurfs für 2013 weitere Maßnahmen ankündigen, um die viertgrößte Wirtschaft des Euro-Raums auf Kurs zu bringen.

Die EZB hatte Anfang September ein neues Kaufprogramm von Staatsanleihen krisengeschwächter Euroländer vorgelegt. Um ein Auseinanderbrechen des Währungsraums zu verhindern, will die EZB notfalls in unbegrenztem Umfang an den Bondmärkten intervenieren.

Krisenregion Katalonien

Die Region Katalonien, die am stärksten zum spanischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt, erwägt derweil, die Unabhängigkeit anzustreben. Das katalonische Regionalparlament debattiert ab dem heutigen Dienstag drei Tage lang über einen Vorschlag, die Loslösung von Spanien in die Wege zu leiten.

Katalonien schaffe eine neue Krise für Spanien, sagte Saenz. „Eine institutionelle Krise beschädigt Spanien in den Augen Außenstehender”, erklärte sie. Ein 18 Mrd. Euro schwerer Fonds für Hilfe suchende Regionen werde nächste Woche bereit stehen und Katalonien sei bereit, die Bedingungen für die Finanzhilfe zu akzeptieren, erklärte die Politikerin.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Kommentare (11)

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25.09.2012, 13:43 Uhr

Der Pleitier fordert!

Da wird doch die Unabhängigkeit der EZB direkt sichtbar.
Und das Gesicht und der Charakter des "neuen" Europa auch.

Account gelöscht!

25.09.2012, 13:45 Uhr

Ha ha, das wird ja immer grotesker. Spanien fordert also mal wieder. Und droht damit, KEIN Hilfegesuch zu stellen.
Was würden die Mitarbeiter auf'm Sozialamt sagen, würde der Arbeitslose damit "drohen", keinen ALG-Antrag zu stellen....?

Erinnert irgendwie immer mehr an GR. Und dass die Katalanen nun ihre Chance wittern, wen wundert es? In Kürze dürfte dann wohl auch der italienische Norden die Abspaltung vom Süden wieder aktuell werden lassen.

Aber Hauptsache, Mutti sieht Alle und Alles auf einem "guten Weg" ;-)))

Account gelöscht!

25.09.2012, 13:49 Uhr

Langsam wirds immer groteseker....

ich würd genr abstimmen ob D im Euro bleibn soll

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