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11.04.2012

16:55 Uhr

Anleihemarkt

EZB könnte Spanien mit Ankaufprogramm stützen

Die Europäische Zentralbank könnte das zuletzt nicht angewandte Aufkaufprogramm von Staatsanleihen zu neuem Leben erwecken. Das deutete EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré an. Er hat dabei bestimmte Adressaten im Kopf.

Benoit Coeure droht den Anlegern, erneut das Ankaufprogramm zu starten. Reuters

Benoit Coeure droht den Anlegern, erneut das Ankaufprogramm zu starten.

Madrid/BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) könnte das erneut ins Visier der Märkte geratene Spanien aus der Schusslinie nehmen. Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré drohte spekulativen Anlegern am Mittwoch damit, am Staatsanleihenmarkt wieder als Käufer aktiv zu werden: „Wir haben ein Instrument für Interventionen, das SMP (Ankaufprogramm). Es wurde zuletzt nicht genutzt, existiert aber.“

Die EZB hatte ihr auch intern umstrittenes Programm zuletzt ruhen lassen. Doch Spanien und auch Italien sehen sich wachsender Skepsis der Investoren gegenüber, sodass die Zinsen zuletzt wieder auf ein untragbares Niveau stiegen. Spekulanten, die auf einen Zinsanstieg setzen, könnten durch SMP-Käufe auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Spanien steht wegen seines hohen Staatsdefizits und des angeschlagenen Bankensektors im Fokus, will die Krise jedoch ohne Hilfe von außen stemmen. Auch die EU stuft das Land nicht als Kandidaten für Rettungshilfen ein.

Die EZB hatte bereits im Sommer 2011 ihr Bond-Ankaufprogramm SMP aufleben lassen, das wegen seiner Nähe zur verbotenen Staatsfinanzierung bei der Bundesbank größtes Unbehagen ausgelöst hat. Mit den offiziell als Marktstütze begründeten Käufen drückte die EZB de facto die Refinanzierungskosten der Schuldenländer.

Seit Mai 2010 hat sie bereits Käufe im Volumen von rund 214 Milliarden Euro abgewickelt. Zugleich hatte EZB-Chef Mario Draghi das Finanzsystem in zwei Wellen im Dezember und Ende Februar mit mehr als einer Billion Euro geflutet. Viele Banken investierten das zum Leitzins von einem Prozent geliehene Geld in den rentablen Ankauf von Bonds klammer Schuldenländer. Dieser Effekt verpufft nun aber allmählich, wie Experten befürchten.

Kommentare (20)

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MikeM

11.04.2012, 16:55 Uhr

"Spanien könnte sich so verhalten, denn es ist zu stolz, unter den Schirm zu gehen"

Ich habe 4 Jahre in Spanien gelebt und kann dies genau so bestätigen. Stolz haben sie, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sucht man jedoch vergebens. Und zur EZB: Sicher wird sie wieder Anleihen kaufen. Das wird durchgezogen, bis zum bitteren Ende!

Account gelöscht!

11.04.2012, 16:57 Uhr

Die EZB vergemeinschaftet mal wieder Schulden, ohne politisches Mandat und noch schlimmer, ohne jedwede Reaktion der dt. Regierung.

EU_NEIN_DANKE

11.04.2012, 17:06 Uhr

Target2: Deutschland auf dem Weg in den Bankrott

Trotz riesiger Rettungspakete, ESM und EFSF die Target2 Foderungen der Bundesbank explodieren auf 616 Milliarden Euro.

Damit verzockt die Bundesbank die Ersparnisse der Deutschen, welche auf Nimmerwiedersehen in der Südschiene versickern.

Mehr Infos dazu:

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9871-target2-deutschland-auf-dem-weg-in-den-bankrott

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