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17.07.2012

19:23 Uhr

Annan verhandelt in Moskau

„Syrien steht am Scheideweg“

Im diplomatischen Machtpoker um Sanktionen gegen Syrien bleibt Russland eisern. Die UN-Vetomacht begrüßt Kofi Annan zwar mit warmen Worten. Aber am Ende reist der Sondergesandte mit leeren Händen aus Moskau ab.

UN-Sondergesandte Kofi Annan (l) und der russische Präsident Vladimir Putin (r). AFP

UN-Sondergesandte Kofi Annan (l) und der russische Präsident Vladimir Putin (r).

Trotz verhärteter diplomatischer Fronten im Syrien-Konflikt hofft der UN-Sondergesandte Kofi Annan nach Gesprächen in Moskau auf eine Einigung im Weltsicherheitsrat. „Die Mitglieder finden hoffentlich Formulierungen, die für alle annehmbar sind“, sagte Annan am Dienstag nach einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Die Lage in Syrien sei „inakzeptabel“, er sehe den Konflikt daher in einer entscheidenden Phase. „Wir stehen jetzt an einer Kreuzung, einem Scheideweg“, sagte Annan. Er rief alle Seiten auf, die „tragische Krise“ in Syrien endlich zu beenden.

Putin sicherte Annan die Unterstützung Russlands bei den Friedensbemühungen zu. „Wir werden alles tun, um Ihnen zu helfen“, sagte der Kremlchef. Dies steht im Widerspruch zu einem Bericht der russischen Zeitung „Kommersant“. Danach hat Putin die Diplomaten des Landes in einem vertraulichen Strategiegespräch auf eine „harte Linie“ eingeschworen. Der Kremlchef sehe im Syrien-Konflikt einen „Modellfall“ für künftige innerstaatliche Unruhen. „Heute Syrien, morgen jedes andere Land“, laute die Befürchtung. Außenminister Sergej Lawrow hatte dem Westen Erpressung vorgeworfen, weil man Russland zwingen wolle, Sanktionen gegen Damaskus zu billigen.

Zwischen Annan und Lawrow herrsche aber Einigkeit bei der Frage einer Verlängerung der UN-Beobachtermission in Syrien, sagte der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow. Annan habe zugestimmt, dass die Beobachter eine wichtige und konstruktive Rolle spielen würden. Russland will dem Sicherheitsrat voraussichtlich an diesem Mittwoch eine Resolution vorlegen, nach der die Mission um drei Monate verlängert wird. Der Westen kritisiert den Entwurf als „zahnlos“. Hingegen kündigte Russland bereits Blockade gegen ein britisches Dokument an, das Sanktionen gegen Damaskus vorsieht, falls der Präsident weiter gegen die Zivilbevölkerung vorgehe.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

17.07.2012, 21:01 Uhr

China, Rußland und die syrische Regierung haben doch dem Annan-Plan über eine Übergangsregierung schon zugestimmt. Verweigern tut sich die illegitime und gewalttätige außersyrische "Opposition".

Account gelöscht!

18.07.2012, 09:37 Uhr

Aber die werden von Saudi-Arabien, den USA und der EU gestützt. Ich weiss nicht warum? Wollen die wirklich die radikalen an die Macht bringen?

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