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03.09.2014

03:50 Uhr

Anordnung von Obama

USA schicken mehr Soldaten in den Irak

Seit Anfang August fliegt die US-Luftwaffe Angriffe auf die Dschihadistengruppe IS. Nun stockt US-Präsident Obama auf - er stationiert weitere Soldaten im Irak. Doch die Republikaner fordern eine klare Strategie.

Ein Konvoi des irakischen Militärs im Amerli: Die USA unterstützen den Kampf gegen IS mit Luftangriffen. dpa

Ein Konvoi des irakischen Militärs im Amerli: Die USA unterstützen den Kampf gegen IS mit Luftangriffen.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von 350 zusätzlichen US-Soldaten in den Irak angeordnet. Die Militäreinheiten sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal zuständig sein, wie das Weiße Haus in Washington am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Sie sollen nicht in Kampfhandlungen eingesetzt werden, sondern vielmehr einen besseren Schutz des diplomatischen Personals in der irakischen Hauptstadt gewährleisten. Laut Pentagon stammen sie weitestgehend von der Armee und Marine.

Seit mehreren Wochen fliegt die US-Luftwaffe Einsätze gegen Stellungen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) im Norden Iraks. Der Einsatz zusätzlicher Soldaten wurde vom US-Außenministerium beantragt und wird durch das Verteidigungsministerium organisiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden künftig 820 US-Soldaten im Irak stationiert sein.

Die IS-Kämpfer haben ganze Landstriche im Nordirak und in Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein "Kalifat" ausgerufen. Die radikalen Sunniten gehen mit großer Brutalität gegen Andersgläubige vor. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der Extremistengruppe am Dienstag vor, mit Kriegsverbrechen wie Massenhinrichtungen und Verschleppungen "ethnische Säuberungen" zu betreiben.

Die US-Luftwaffe unterstützt seit Anfang August die kurdischen Peschmerga-Milizen und die irakischen Regierungstruppen bei ihren Bemühungen, die Dschihadisten im Norden des Landes zurückzudrängen. Ein Schwerpunkt der Luftangriffe lag in der Nähe des Staudamms von Mossul.

Kämpfe an strategisch wichtigem Staudamm im Irak

Der Staudamm am Tigris nahe der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul ist strategisch besonders wichtig. An der Talsperre wird ein Großteil des Stroms des Landes produziert. Auch die Versorgung mit Trinkwasser läuft über sie.

Mehrere Länder greifen den Peschmerga mit Waffenlieferungen unter die Arme. Auch Deutschland will die kurdischen Einheiten für den Kampf gegen die IS-Extremisten aufrüsten, unter anderem sollen Panzerabwehrraketen, Sturmgewehre und Handgranaten aus Beständen der Bundeswehr geliefert werden.

Vor der Mitteilung über die Entsendung weiterer Soldaten hatten sich am Dienstag Obamas Gegner kritisch zu Wort gemeldet. Nach dem Bekenntnis der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zur Enthauptung eines zweiten US-Journalisten verlangten die Republikaner im Kongress in Washington eine klare Strategie gegen die Dschihadisten.

Weiteres IS-Video soll wieder Enthauptung zeigen

Video: Weiteres IS-Video soll wieder Enthauptung zeigen

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US-Präsident Barack Obama müsse "der amerikanischen Bevölkerung und dem Kongress erklären, wie wir mit dieser Bedrohung umgehen", sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im Repräsentantenhaus, Ed Royce, am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Royce kündigte an, Außenminister John Kerry in der kommenden Woche vor seinem Ausschuss zu den Plänen der Regierung befragen zu wollen. Obama brach am Dienstag zu seiner Reise nach Estland und zum Nato-Gipfel in Wales auf, ohne sich vor dem Abflug öffentlich zu dem Hinrichtungsvideo zu äußern.

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