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30.09.2013

14:58 Uhr

Anschläge im Minutentakt

Dutzende Tote bei Terrorwelle im Irak

Wieder Bombenanschläge, wieder viele Tote – der Terror im Irak nimmt kein Ende. In der Hauptstadt Bagdad detonieren am Montag Sprengsätze im Minutentakt. Erneut sterben zahlreiche Menschen.

Eine Szene in Bagdad nach der Explosion mehrerer Autobomben. Der erneute Anschlag, bei dem am Montag rund 40 Menschen starben, gehört zu einer andauernden Terrorserie im Irak. Reuters

Eine Szene in Bagdad nach der Explosion mehrerer Autobomben. Der erneute Anschlag, bei dem am Montag rund 40 Menschen starben, gehört zu einer andauernden Terrorserie im Irak.

Istanbul/BagdadDie blutige Terrorserie mit Dutzenden Toten im Irak nimmt kein Ende. Am Montag detonierten binnen weniger Minuten zehn Bomben an verschiedenen Plätzen in der Hauptstadt Bagdad. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben mindestens 40 Menschen. Die Polizei zählte 150 Verletzte. Allein in der östlichen Schiiten-Vorstadt Sadr-City kamen nach Informationen der Nachrichtenagentur Sumeria News sechs Zivilisten ums Leben.

Bereits am späten Sonntagabend hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer Trauergesellschaft in der Stadt Al-Musajib südlich von Bagdad in die Luft gesprengt. Er riss nach Angaben von Krankenhausärzten 27 Menschen mit in den Tod. In Bakuba nordöstlich von Bagdad töteten Extremisten am Abend sieben Menschen. Auch die ansonsten weitgehend friedliche Kurden-Stadt Erbil wurde von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert.

Irak

Einwohner

29 Millionen

Staatsform

föderale Republik

Staatschef

Dschalal Talabani

Besonderheiten

In Schiiten und Sunniten gespaltenes Land, in dem Iran und die Türkei um Einfluss rivalisieren.

In den vergangenen Monaten haben im Irak Gewalt und Terror massiv zugenommen. Der Juli war nach Angaben der Vereinten Nationen mit mehr als 1000 Todesopfern der blutigste Monat der vergangenen fünf Jahre. Grund ist der andauernde Machtkampf zwischen den sunnitischen Parteien und dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki. Der Konflikt zwischen den Religionsgruppen erhält durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien neue Nahrung.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Observer

30.09.2013, 15:12 Uhr

Da ist wohl die "Friedensmission" der Imperialisten total gescheitert, oder?
Imperialismus bringt vor allem Wohlstand! Fuer wen wohl?

Account gelöscht!

30.09.2013, 17:24 Uhr

Irak ?
Nie gehört !

Kamich

30.09.2013, 17:28 Uhr

Ich erinnere mich noch etwas an die Zeit um 2003 und um das Herumgeeiere in Sachen Krieg gegen den Diktator, den Versuch für eine "internationale Zustimmung" zu dem drohenden Krieg, und die Warnungen z.B. durch Scholl-Latour, der bemängelte, dass es keine vernünftige Exit-Strategie gäbe. Er sagte weiter, wenn die USA klug wären, würden sie einen anderen General suchen und Saddam lediglich ersetzen ... .
Nun sind 10 Jahre vergangen und es haben sich fast alle schlimmen Befürchtungen bewahrheitet. Die US-Streitkräfte sind zwar abgezogen, haben nicht nur haushoch militärisch gesiegt, sondern auch noch lautstark skandiert : "Wir haben dem Iraq Freiheit und Demokratie gebracht ..." . Die Öl-Lizenzen sind neu vergeben worden - ein Grossteil ging an chinesische Firmen. Der Iran konnte seinen Einfluss stark ausweiten, über die schiitische Mehrheit eben. Von Nation-building ist kaum etwas zu erkennen, den meisten Menschen geht es schlecht trotz der riesigen Öl-Vorkommen. Aber - da viel zerstört wurde - kann und muss auch wieder viel aufgebaut und investiert werden. Vielleicht entwickelt sich dort mal ein lukrativer Markt. Hoffentlich bleibt denen ein weiterer G.W.Bush erspart und Obama bekommt hoffentlich nicht das Geld für weitere Abendheuer, damit es mit Land und Leuten mal wieder aufwärts gehen kann. Es sieht aber eher nach einem Stellvertreter-Krieg zwischen Saudi-Arabien und Iran aus ... .

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