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23.03.2016

12:43 Uhr

Anschläge in Brüssel

Der erste Tag nach dem Terror

VonThomas Ludwig

Brüssel kämpft sich zur Normalität zurück. Das Leben geht trotz der Trauer weiter. Doch es ist nichts mehr, wie es war – allein schon wegen Sicherheitskontrollen und Staus. Eindrücke unseres Korrespondenten.

Weltweite Anteilnahme

Zeichen aus aller Welt: Ik ben Brussel – Je suis Bruxelles

Weltweite Anteilnahme: Zeichen aus aller Welt: Ik ben Brussel – Je suis Bruxelles

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BrüsselSehe ich aus wie ein Terrorist? „Nein“, sagt der Sicherheitsbeamte am Europäischen Parlament auf meine Frage. Dennoch werde er mich nicht durchlassen. „So sind heute die Regeln. Kein Einlass für Journalisten wegen der Alarmstufe Orange.“ Er zeigt auf ein entsprechendes Schild. Mit zwei weiteren Wachleuten steht der Mann in schwarzem Anzug vor dem einzigen geöffneten Eingang des Europäischen Parlaments am Gebäudekomplex „Espace Leopold“.

So schnell gebe ich nicht auf. Schließlich will ich meine Arbeit als Journalist machen und Eindrücke sammeln im Innern der europäischen Volksvertretung. „Sie können die Eindrücke ja hier draußen sammeln“, sagt der Sicherheitsbeamte. Der Mann ist höflich, aber nicht zum Diskutieren aufgelegt.

Der Eindruck draußen ist gespenstig. Denn es ist still, unheimlich still – dort, wo es sonst zugeht wie auf einem Bahnhof, wo Besuchergruppen Schlange stehen, Lobbyisten sich die Drehtür in die Hand geben und Touristen mit Kameras die Architektur bestaunen. Wo Schülergruppen aus aller Herren Länder Faxen machen, bevor sie sich im „Parlamentarium“ über die Geschichte der EU informieren. Seit Dienstag, dem 22. März – „ausgerechnet an meinem Namenstag, das finde ich richtig fies“, wie meine Tochter Lea am Dienstagabend beim Ansehen der tragischen Bilder im belgischen Fernsehen sagte - ist die europäische Gemeinschaft um ein trauriges Ereignis reicher.

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„Vielleicht kapieren nun endlich alle, dass wir Europäer zusammenhalten müssen“, sagt eine irische Touristin am Europäischen Parlament. Außer ihr haben sich kaum Besucher dorthin gewagt. „Sehen Sie doch, nichts, kein öffentliches Leben“, sagt die Irin, während sie sich auf dem Platz umblickt. „Auch in den Bistros ist nichts los. Das ist doch genau das, was die Terroristen wollen. Die wollen unsere Lebensart zerstören. Das dürfen wir nicht zulassen. Es muss weitergehen“, sagt die Frau – und wiederholt das auch noch einmal gern für ein Fernsehteam, das am „Espace Leopold“ O-Töne einfängt.

Tatsächlich finden Brüssels Bürger langsam wieder ins Leben zurück. Denn es geht ja wirklich weiter – auch wenn nichts mehr ist wie zuvor. Aber niemand will sich unterkriegen lassen. Auf dem Platz an der Börse im Zentrum der Stadt verleihen die Menschen ihren Gefühlen bereits seit Dienstagnachmittag Ausdruck: mit Kerzen, Blumen, Kreidebildern und -sprüchen auf dem Straßenpflaster. „BXLove“, steht etwa auf dem Boden. Und: „Wir sind eins“.

Kommentare (44)

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Herr Hans Mayer

23.03.2016, 13:11 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Marc Otto

23.03.2016, 13:17 Uhr

Ich würde es ausgesprochen begrüßen, wenn man die wahren Verantwortlichen für dieses grauenhafte Blutbad verantwortlich macht.

Politik der Waschlappen und besonders die feigen belgischen Polizisten haben schlimm versagt. Sie haben bei eine Waschlappen-Razzia diese Attentäter laufen lassen. Es waren bekannte Terroristen, trotzdem läßt man sie einfach weglaufen.

Jetzt, wo die Gefahr (zunächst) vorüber ist, laufen diese Weihnachtsmänner schwer bewaffnet herum. Noch mehr Veraschung ist kaum denkbar. Als wenn sie diese Terroisten von feigen Polizisten abschrecken lassen.

Wann endlich feuert man das gesamte Polizei.Management und erstzt es durch russische- oder israelische Experten.

Herr Franz Paul

23.03.2016, 13:19 Uhr

Oh Wunder, die Kommentarfunktion ist wieder (mal) freigegeben. Schließe mich Herrn Mayer an. Aber nicht die GrünInnen vergessen, die immer und immer wieder die Abschaffung Deutschlands fordern. IM Erika wird ihnen aber auch dieses Thema stehlen, wie die Akw Abschaltung auch.

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