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14.11.2015

13:25 Uhr

Anschläge in Paris

Fünf Stunden Terror

Um kurz nach 21 Uhr brach in Paris die Hölle los. Die Explosionen waren auch beim Länderspiel im Stade France zu hören. Bei der ersten wurde noch gejohlt. Bis klar war, was wirklich los war. Die Chronik der Terrornacht.

Mittlerweile hat sich IS zu den Anschlägen bekannt. Reuters

Anschläge in Paris

Mittlerweile hat sich IS zu den Anschlägen bekannt.

Paris/BerlinUm kurz nach neun Uhr abends, während des Fußball-Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland, brach in Paris die Hölle los. Die Chronik der Anschläge in der französischen Hauptstadt.

Um 21:15 Uhr: Frankreichs Präsident Hollande ist im Stade de France und schaut das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland, als man eine Explosion in ganz in der Nähe des Stadions hören kann. Nur Minuten später ist eine weitere Explosion zu hören. Hollande geht in den Sicherheitsraum des Stadions für eine Krisensitzung mit der Polizei.

21:20 Uhr: Schüsse werden auf Gäste der Restaurants Carillon und Le Petit Cambodge gefeuert, die sich an Außentischen niedergelassen haben.

21:32: Schüsse werden auf das Pizza-Restaurant Casa Nostra in der Rue Fontaine au Roi im elften Distrikt von Paris gefeuert.

21:36 Uhr: Schüsse werden an der Bar La Belle Equipe in der Rue de Charonne gehört.

Übersicht über Attentate in Frankreich in der Vergangenheit

Mai 1978

Palästinensische Terroristen eröffnen am Flughafen Orly das Feuer auf Passagiere, die ein Flugzeug nach Tel Aviv besteigen wollen. Acht Menschen sterben, bei ihnen handelt es sich um drei Angreifer, zwei Polizisten und drei Passagiere. Drei weitere Passagiere werden verletzt.

Oktober 1980

Vor einer Synagoge in der Pariser Rue Copernic geht eine Bombe hoch - vier Menschen sterben, rund 20 weitere werden verletzt.

März 1982

Bei einem Anschlag auf einen Zug zwischen Toulouse und Paris werden fünf Menschen getötet und 77 verletzt. An Bord sollte ursprünglich der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac sein. Der Terrorist Carlos soll in den Anschlag verwickelt sein.

August 1982

Bei einem Anschlag auf das Restaurant "Goldenberg" im jüdischen Viertel von Paris werden sechs Menschen getötet und 22 verletzt. Bis heute ist nicht klar, wer für die Tat verantwortlich ist.

Juli 1983

Am Turkish-Airlines-Schalter am Flughafen Orly südlich von Paris explodiert ein Sprengsatz, wodurch acht Menschen getötet und 54 verletzt werden.

Dezember 1983

Zwei Menschen sterben und 34 werden verletzt, als eine Bombe am Bahnhof Saint Charles in Marseille explodiert. Nur wenige Minuten zuvor sterben bei einer Bombenexplosion in einem Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke Marseille-Paris drei Menschen. Zu beiden Anschlägen bekennt sich eine arabische Gruppe mit Verbindungen zu dem Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, besser bekannt als Carlos.

September 1986

Vor einem Kaufhaus in Paris explodiert eine Bombe - sieben Menschen werden getötet und rund 55 weitere verletzt. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Attentaten eines proiranischen Terrornetzwerks in den Jahren 1985 und 1986 ein. Insgesamt sterben bei diesen Anschlägen 13 Menschen, mehr als 300 werden verletzt.

Juli 1995

In einem RER am Bahnhof Saint-Michel im Zentrum von Paris explodiert eine Bombe. Acht Menschen sterben, 119 werden verletzt. Der Anschlag wird algerischen Extremisten zugeschrieben. Es ist das blutigste Attentat einer Reihe von Anschlägen in diesem Sommer, bei denen insgesamt acht Menschen sterben und mehr als 200 verletzt werden.

Dezember 1996

Bei einem Anschlag auf einen Regionalzug (RER) in Paris sterben vier Menschen. Weitere 91 werden verletzt. Es gibt Ähnlichkeiten zu einer Anschlagsserie vom Sommer 1995.

März 2012

Der 23-jährige Mohammed Merah erschießt innerhalb von vier Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten auf offener Straße. Wenige Tage später erschießt er drei Kinder und einen Lehrer einer jüdischen Schule in Toulouse. Am 22. März wird Merah von einer Spezialeinheit getötet.

Januar 2015

Drei Extremisten töten bei einer mehrere Tage dauernden Terrorwelle in Paris 17 Menschen, bevor sie selbst erschossen werden. Zunächst greifen zwei Brüder das Büro der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ an und erschießen zwölf Menschen. In den Tagen darauf tötet ein weiterer Extremist eine Polizistin und nimmt in einem koscheren Supermarkt Geiseln. Vier jüdische Kunden sterben.

Juni 2015

Ein wegen seiner Kontakte zur Salafisten-Szene bekannter Mann enthauptet seinen Chef und bringt den Kopf neben islamistischen Flaggen am Zaun eines Gaslagers nahe Lyon an. Anschließend bringt er auf dem Industriegelände mehrere Gasflaschen zur Explosion, bevor er von Feuerwehrleuten überwältigt wird.

August 2015

Ein schwerbewaffneter Mann eröffnet in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris das Feuer und verletzt zwei Menschen schwer. Der radikale Islamist wird von US-Soldaten überwältigt, die zufällig an Bord des Zuges sind.

21:43 Uhr: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich am Cafe Comptoir Voltaire am Boulevard Voltaire in die Luft und tötet eine Person.

21:45 Uhr: Angreifer feuern die ersten Schüsse auf das Theater Bataclan. Der Saal ist gefüllt mit vielen Besuchern, die das Konzert der kalifornischen Band Eagles of Death Metal verfolgen. Die Angreifer feuern ziellos in die Menge. Nach dem Massaker sprechen Augenzeugen von Chaos, Panik und Leichenbergen im Saal.

21:50 Uhr: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor einem McDonalds nahe dem Stade de France in die Luft. Sonst wird dadurch jedoch niemand verletzt.

21:50 bis 22:00 Uhr: Francois Hollande wird über die Schießereien in Paris informiert.

22:25 bis 23:30 Uhr: Hollande hält eine Krisensitzung im Innenministerium gegenüber dem Präsidentenpalast, dem Elysee-Palast, ab.

23:30 Uhr: Die meisten Pariser U-Bahnlinien nahe den Schießereien werden geschlossen.

23:58 Uhr: Hollande spricht zur Nation und erklärt zum ersten Mal seit 2005 den Ausnahmezustand. Er gibt die Schließung der nationalen Grenzen bekannt.

Mitternacht: Die französische Regierung hält ein Kabinettsmeeting ab, während die Geiselnahme im Bataclan Theater fortdauert.

00:45 Uhr: Das Kabinettsmeeting ist zu Ende. Die Sicherheitsbestimmungen in Paris werden erhöht, 1500 Soldaten in die Hauptstadt gerufen. Gleichzeitig stürmt die Pariser Polizei das Theater Bataclan, die Geiselnahme endet ein paar Minuten später.

01:10 Uhr: Hollande, Premierminister Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Justizministerin Christiane Taubira besuchen das Theater Bataclan, gehen jedoch nicht in das Gebäude hinein.

01:00 bis 02:00 Uhr: Hollande, Premierminister Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Justizministerin Christiane Taubira besuchen das Theater Bataclan, gehen jedoch nicht in das Gebäude hinein.

Die Polizei gibt bekannt, dass acht Attentäter tot sind, sieben davon kamen bei Selbstmordanschlägen ums Leben. Um vier Uhr Morgens spricht Präsident Hollande mit US-Präsident Barack Obama.

09:10 Uhr: Französische Verteidigungsexperten treffen sich, danach , wendet sich Präsident Hollande an die Nation und verspricht, ohne Mitleid gegen den IS vorzugehen. Frankreich sei von einer Jihadisten-Armee angegriffen worden, sagt Hollande in seiner Fernseh-Ansprache. „Das war ein Akt des Kriege, der im Ausland vorbereitet wurde und von Komplizen in Frankreich ausgeführt wurde.

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