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27.10.2012

15:34 Uhr

Anschläge trotz Waffenruhe

Gewalt in Syrien hält auch am Samstag an

Trotz vereinbarter Waffenruhe lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen in Syrien auch am Samstag heftige Gefechte. Bei Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes kamen erneut einige Menschen ums Leben.

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee. Reuters

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee.

BeirutIn Syrien setzen Regierungstruppen und Rebellen ihre Kämpfe trotz einer vereinbarten Waffenruhe fort. Die oppositionellen syrischen Menschenrechtsbeobachter berichteten am Samstag von einer heftigen Explosion in der östlichen Provinz Deir as-Saur. Dabei seien mindestens fünf Menschen getötet worden. Landesweit gab es erneut Gefechte. Allein am Freitag, dem ersten Tag einer viertägigen Waffenruhe zum islamischen Opferfest, starben mindestens 150 Menschen. Ähnlich viele Tote gab es im Durchschnitt auch in den Tagen vor der vereinbarten Feuerpause.

„Wir haben die Waffenruhe für die internationale Gemeinschaft akzeptiert (...), doch wir wussten, dass das Regime sie nicht einhalten würde“, sagte der Oberkommandeur der Rebellen in Aleppo, Oberst Abdel Dschabbar al-Okaidi, der Nachrichtenagentur AFP. „Unsere Aufgabe ist es, das Volk zu verteidigen, es sind nicht wir, die angreifen.“ Er bezeichnete die für das bis Montag dauernde islamische Opferfest Eid al-Adha ausgerufene Waffenruhe als gescheitert.

Waffenruhe in Syrien

Video: Waffenruhe in Syrien

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Nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei einem Bombenanschlag im östlichen Deir Essor am Samstag fünf Menschen getötet. Das Staatsfernsehen meldete seinerseits einen Anschlag vor einer Kirche und machte „bewaffnete terroristische Banden“ dafür verantwortlich. Die oppositionelle Beobachtungsstelle meldete zudem Luftangriffe auf die Ortschaft Maaret al-Artik bei Aleppo und insgesamt acht Tote bei Gefechten rund um Damaskus und Daraa. Die Angaben beider Seiten sind von unabhängiger Stelle nicht nachprüfbar.

Bereits am Freitag wurde mit zwei tödlichen Bombenanschlägen und vereinzelten Kämpfen in Idlib, nahe der türkischen Grenze die zum Opferfest vereinbarte Waffenruhe gleich zu Beginn gebrochen. Unter anderem versuchten Anhänger der Al-Nusra-Front einen Militärstützpunkt zu stürmen. Die dem Terrornetz Al-Kaida nahestehenden Islamisten hatten schon vor einigen Tagen verkündet, sie ignorierten die Waffenruhe.

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Bei der Detonation einer Autobombe in einem Wohngebiet in der Hauptstadt Damaskus kamen laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SANA zehn Menschen ums Leben. In der südlichen Stadt Daraa kam es laut Aktivisten unweit eines Kontrollpostens zu einem weiteren Autobombenanschlag mit drei Toten.

Regierungstruppen und Rebellen lieferten sich derweil in anderen Landesteilen trotz der vorab abgesprochenen viertägigen Feuerpause erneut Gefechte. Präsident Baschar Assad zeigte sich zum Feiertagsgebet in einer Damaszener Moschee. Unterdessen gingen Tausende Demonstranten während der kurzen Waffenruhe auf die Straße, um dessen Rücktritt zu fordern.

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