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21.11.2015

11:16 Uhr

Anschläge von Paris

Cousine des Terrordrahtziehers sprengte sich nicht in die Luft

Bei einer Razzia sprengte sich Hasna Aitboulahcen angeblich als erste Frau für den IS in die Luft. Nun erklärte die Staatsanwaltschaft, dass die Polizei sich geirrt hat. Der Selbstmordattentäter soll ein Mann sein.

Die Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Terroranschläge von Paris soll nun doch keine Selbstmordattentäterin gewesen sein. ap

Razzia gegen Terrorverdächtige

Die Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Terroranschläge von Paris soll nun doch keine Selbstmordattentäterin gewesen sein.

BrüsselDie Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Terroranschläge von Paris hat sich laut offiziellen Angaben doch nicht bei einem Polizeieinsatz in die Luft gesprengt. Die 26-jährige Hasna Aitboulahcen sei zwar am Mittwoch bei der Razzia ums Leben gekommen, teilte das Büro des Pariser Staatsanwaltes François Molins am Freitag mit. Sie sei jedoch keine Selbstmordattentäterin gewesen, wie die Polizei bislang gedacht habe.

Nach dem Anti-Terror-Einsatz war zunächst von zwei Toten die Rede gewesen: Am Donnerstag wurde ein schwer verstümmelter Leichnam anhand von Fingerabdrücken als der des 28-jährigen Abaaoud identifiziert, der als einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt. Die zweite Leiche war ebenfalls stark verstümmelt. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass es sich um eine junge Frau handelte, die sich vermutlich mit einer Sprengstoffweste in die Luft gesprengt hatte. Vermutet wurde, dass es sich um Aitboulahcen handeln könnte.

Was Frankreich im Kampf gegen den Terror plant

Hausarrest

Es gibt bereits Regelungen zum Hausarrest, die aber nun verschärft werden sollen. Personen, die ernsthaft im Verdacht stehen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bedrohen, sollen mit Hausarrest belegt werden können. Betroffenen könnte untersagt werden, mit anderen Verdächtigen in Kontakt zu treten und die Papiere können ihnen abgenommen werden.

Hausdurchsuchungen

Ausdrücklich erwähnt wird nun, dass auch elektronische Daten etwa auf Computern sichergestellt werden können. Die Büros sensibler Berufsgruppen wie Abgeordnete, Anwälte, Richter, Staatsanwälte oder Journalisten sollen laut Vorschlag künftig für Durchsuchungen tabu sein.

Pressefreiheit

Die Möglichkeit zur „Kontrolle der Presse“ im alten Gesetz wird abgeschafft.

Auflösung von Vereinigungen

Während des Ausnahmezustands sollen Gruppierungen, die als „schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ eingestuft werden, aufgelöst werden können.

Staatsbürgerschaft

Die Regierung will Möglichkeiten ausweiten, Bürgern die französische Nationalität abzuerkennen, wenn sie wegen eines Angriffs auf „fundamentale Interessen der Nation“ verurteilt worden sind - vorausgesetzt, dass sie noch eine weitere Nationalität haben.

Ausländische Kämpfer

Franzosen, die sich im Ausland als terroristische Kämpfer verdingen, sollen zudem bei ihrer Rückkehr nach Frankreich schärfer überwacht werden. Zweistaatlern soll auch die Einreise verweigert werden können, wenn sie als Terror-Risiko eingestuft werden.

Ausnahmezustand

Der Ausnahmezustand in Frankreich wird vorerst für eine Dauer von zwölf Tagen verhängt. Er gilt aktuell seit dem Samstag und soll nun ab dem 26. November um drei Monate verlängert werden.

Sicherheitskräfte

Im Sicherheitsapparat sollen 8500 zusätzliche Stellen entstehen, 5000 davon bei Polizei und Gendarmerie, 2500 im Justizministerium und 1000 beim Zoll.

In der Nacht zum Freitag wurde dann jedoch noch eine dritte Leiche in der Wohnung gefunden. Die Leiche einer Frau wurde später als Aitboulahcen identifiziert. Wie die junge Frau stattdessen getötet wurde, wurde nicht gesagt. Die stark verstümmelte Leiche des mutmaßlichen Selbstmordattentäters wurde dagegen einem Mann zugeordnet. Seine Identität wurde bislang noch nicht bekannt.

Die Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis war bei dem Einsatz durch Explosionen und Schüsse zerstört worden, die Sucharbeiten kommen deswegen nur langsam voran.

Von

ap

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