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24.12.2015

12:11 Uhr

Anschläge von Paris

Weiterer Verdächtiger in Belgien festgenommen

Seit den Pariser Anschlägen fahnden Ermittler in ganz Europa nach den Drahtziehern. Nun haben belgische Ermittler einen neunten Verdächtigen in Haft genommen. Er soll Kontakt zu den mutmaßlichen Attentätern gehabt haben.

Einige der Attentäter von Paris stammten aus Belgien . Im Brüsseler Stadtteil Molenbeek konzentriert sich die islamistische Szene. Reuters

Belgien und der Islamismus

Einige der Attentäter von Paris stammten aus Belgien . Im Brüsseler Stadtteil Molenbeek konzentriert sich die islamistische Szene.

BrüsselIm Zuge der Ermittlungen zu den Terroranschlägen von Paris haben belgische Fahnder einen neunten Verdächtigen in Untersuchungshaft genommen. Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen 1985 geborenen Belgier namens Abdoullah C., der in Kontakt zu der ebenfalls verdächtigen Cousine von Abdelhamid Abaaoud gestanden haben soll. Letzterer gilt als ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris am 13. November.

Sowohl Abaaoud als auch seine Cousine Hasna Aitboulahcen waren am 18. November bei einem dramatischen Polizeieinsatz im Pariser Vorort Saint-Denis getötet worden. Die Terrorangriffe auf den Konzertsaal „Bataclan“, mehrere Cafés und Restaurants im Osten von Paris sowie am Stade de France in Saint-Denis hatten 130 Todesopfer gefordert.

In welcher Art und Weise der festgenommene Abdoullah C. in die Anschläge verwickelt gewesen sein könnte, blieb zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft in Brüssel teilte am Donnerstag lediglich mit, dass der Verdächtige nach den Anschlägen vermutlich mehrmals in Kontakt mit Abaaouds Cousine gewesen sei. Die Festnahme sei bereits am Dienstag erfolgt.

Belgien und der Islamismus

Anschlag auf Jüdisches Museum

Am 24. Mai 2014 erschießt der Islamist Mehdi Nemmouche bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen. Der Täter ist Franzose. Er wird später im südfranzösischen Marseille verhaftet und nach Belgien ausgeliefert. Nemmouche ist bislang nicht verurteilt.

Belgische Kämpfer in Syrien

Aus keinem EU-Land sind hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung so viele Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg gezogen wie aus Belgien. Das berichtete das britische Magazin „The Economist“ im Vorjahr. Nach einer aktuellen Auflistung des Thinktanks Brookings reisten bislang bis zu 650 Kämpfer aus Belgien in das Konfliktland.

Syrien-Rückkehrer in Verviers

In der Stadt Verviers sollen nach Angaben des belgischen TV-Senders RTL-Info bis zu zehn Syrien-Rückkehrer gelebt haben. Verviers hat etwa 50.000 Einwohner und liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Aachen.

Paris-Attentäter mit Kontakt nach Belgien

Einer der Attentäter, die das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015 angriffen, hatte Verbindungen nach Belgien. Ein Mann aus dem südbelgischen Charleroi hatte in den vergangenen Monaten mit Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt. Die Polizei habe entsprechende Dokumente bei dem Verdächtigen gefunden, berichteten belgische Medien. Coulibaly hatte am Freitag in einem koscheren Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen erschossen. Er selbst wurde anschließend von der Polizei getötet. Auch einige der Terroristen der Pariser Attentate vom November 2015 kamen ursprünglich aus Belgien.

Von

dpa

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