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28.05.2017

17:55 Uhr

Anschlag auf Ariana-Grande-Konzert

Weiterer Verdächtiger nach Manchester-Attentat festgenommen

Die britische Polizei hat am Sonntag einen weiteren Mann im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Manchester festgenommen. Damit befinden sich nun insgesamt zwölf Verdächtige in Gewahrsam.

Polizisten sperren am eine Straße im Stadtviertel Moss Side in Manchester. dpa

Nach Anschlag in Manchester

Polizisten sperren am eine Straße im Stadtviertel Moss Side in Manchester.

ManchesterIm Zuge der Ermittlungen nach dem Anschlag auf das Ariana-Grande-Konzert in Manchester hat die Polizei einen weiteren Mann festgenommen. Der 25-Jährige sei am Sonntag in der nordenglischen Stadt wegen Terrorverdachts festgesetzt worden, teilte die Polizei mit. Damit befinden sich nach dem Anschlag nun insgesamt zwölf Männer im Alter zwischen 18 bis 44 Jahren in Gewahrsam. Eine Durchsuchung im Stadtviertel Moss Side gebe es laut Polizei außerdem.

Zuvor hat die Polizei neue Fotos des Attentäters von Manchester veröffentlicht. Die Bilder zeigen den 22 Jahre alten Salman Abedi am Montagabend kurz vor dem Anschlag, der 22 Menschen das Leben kostete. Die Polizei rief die Bevölkerung zur Mitarbeit auf und erklärte, sie interessiere sich für Abedis Aufenthaltsorte zwischen dem 18. Mai und Montagabend.

Terror aus dem eigenen Land

„Homegrown Terrorism“

Stammt ein Attentäter aus dem angegriffenen Land – so wie beim jüngsten islamistischen Terroranschlag in Großbritannien – spricht man von „homegrown terrorism“. Übersetzt bedeutet der englischsprachige Begriff: „selbstgezüchteter Terrorismus“ oder „hausgemachter Terrorismus“.

Im Westen sozialisiert

Es kann sich bei den Tätern um Kinder von Einwanderern handeln, die über Jahrzehnte in Ländern mit westlicher Staats- und Gesellschaftsordnung sozialisiert wurden – oder um Staatsbürger, die zum Islam übertraten und sich immer weiter radikalisierten.

Radikalisierung im Netz

Die Täter kennen sich besonders gut mit der Sprache, den Regeln und der Umgebung in den Zielländern aus. Eine Radikalisierung geschieht häufig über Internetpropaganda. Gibt es eine praktische „Ausbildung“ zum Terroristen, findet sie oft in Trainingslagern im Ausland statt.

Viele Fälle in Europa

Zu den „homegrown“-Terroristen zählen etwa einige der Angreifer bei der Anschlagsserie in Paris im November 2015 unter anderem auf den Club „Bataclan“. Auch die Attacke auf die Londoner U-Bahn 2005 und die Bombenanschläge auf Pendlerzüge in Madrid 2004 werden in der Regel dem „homegrown“-Terrorismus zugerechnet.

Auch Deutschland ist betroffen

In Deutschland wird die 2007 gefasste Sauerland-Gruppe dazugezählt, die Anschläge auf Diskotheken und Flughäfen plante. Ebenso wuchsen etwa die IS-Sympathisantin Safia S., die Angreifer auf einen Sikh-Tempel in Essen und der Attentäter vom Frankfurter Flughafen, Arid Uka, in Deutschland auf.

„In den vergangenen Tagen haben wir viele Informationen über Abedi, seine Bekannten, seine Finanzen, seine Aufenthaltsorte, den Bau des Sprengsatzes und die weitere Verschwörung herausgefunden“, erklärten der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins, und der Antiterror-Koordinator Neil Basu, am Samstagabend in einer gemeinsamen Stellungnahme. Nun wollten die Behörden mehr Einzelheiten herausfinden und ermitteln, ob weitere Menschen an der Planung des Anschlags beteiligt gewesen seien.

Der Chef der britischen Antiterror-Einheit, Mark Rowley, sagte, ein großer Teil des Netzwerks um Abedi sei zerschlagen worden. Er kündigte weitere Festnahmen und Hausdurchsuchungen an. Zurzeit befinden sich in Zusammenhang mit den Ermittlungen elf Verdächtige in Haft.

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