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08.01.2015

15:23 Uhr

Anschlag auf „Charlie Hebdo“

Muslime sind empört über Attentat von Paris

Er sorgt auch in den muslimischen Ländern für Aufregung: Der Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Radikale feiern die Attentäter, doch die meisten Leute verurteilen sie und die Instrumentalisierung des Islam.

Er verurteilt das Massaker in Paris genauso wie seine westlichen Kollegen: Der afghanische Präsident Aschraf Ghani. dpa

Er verurteilt das Massaker in Paris genauso wie seine westlichen Kollegen: Der afghanische Präsident Aschraf Ghani.

Istanbul/ KairoDie Extremisten im Netz jubeln. Einen Tag nach der Bluttat von Paris feiern radikale Muslime in den sozialen Medien den Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Viele von ihnen erklären die drei Attentäter zu Helden. „Möge Allah unsere französischen Brüder belohnen“, schreibt ein Nutzer mit dem Namen „Abu Dujana“ auf Twitter. Dort kursiert auch ein Foto, das zeigt, wie Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) syrische Soldaten enthaupten. Der Titel zu dem Bild droht unverhohlen: „Wir fangen an, eure Leute auf euren Straßen abzuschlachten.“

Die Extremisten wünschen sich wohl einen Furor, wie er vor fast zehn Jahren ausbrach, als die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten Mohammed-Karikaturen abdruckte. Damals zogen weltweit Tausende Muslime zu Protesten auf die Straße, bei denen mehr als 150 Menschen ums Leben kamen. Doch von solchen Reaktionen ist in den muslimischen Ländern am Tag nach der Bluttat nichts zu spüren.

Anders als die Radikalen kritisieren Regierungen, Organisationen und viele Medien die Bluttat eindeutig. Ein „terroristisches Erdbeben“ nennt das ägyptische Blatt „Al-Shorouq“ den Anschlag auf seiner ersten Seite und druckt dazu im Blatt eine Karikatur von „Charlie Hebdo“, die den IS-Terroranführer Abu Bakr al-Bagdadi zeigt. Die einflussreiche arabische Tageszeitung „Al-Sharq al-Awsat“ spricht auf ihrer Titelseite von einem „Massaker“.

Auch etliche Regierungen wandten sich gegen die Attentate. „Es gibt keine Rechtfertigung für diese brutale Tat“, erklärte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani. Das türkische Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan rief zum Zusammenhalt auf, um zu „zeigen, dass der Terrorismus in Paris und der Hass und die Diskriminierung, die er gegen unsere Religion und Kultur hervorgerufen hat, nicht toleriert werden“. In Indonesien verurteilte der Rat muslimischer Prediger (MUI) den Anschlag. „Das verstößt gegen humanitäre Werte und die islamische Lehre“, sagte MUI-Sprecher Muhyidin Junaidi.

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