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31.12.2014

20:32 Uhr

Anschlag auf Feier

Selbstmordattentäter tötet 23 Menschen im Jemen

Eine Feier zu Ehren des Propheten Mohammed ist im Jemen zum Ziel eines Anschlags geworden. Dabei gab es mindestens 23 Tote. Ermittler haben nun einen örtlichen Al-Kaida-Ableger im Visier.

Ein Mann inspiziert den Tatort eines Selbstmordanschlags im Jemen. Dort hatten schiitische Huthis den Geburtstag des Propheten Mohammed gefeiert. dpa

Ein Mann inspiziert den Tatort eines Selbstmordanschlags im Jemen. Dort hatten schiitische Huthis den Geburtstag des Propheten Mohammed gefeiert.

SanaaEin Selbstmordattentäter hat im Jemen nach staatlichen Angaben mindestens 23 Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 48 Menschen seien zudem bei dem Anschlag in einem Kulturzentrum in der Stadt Ibb verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur Saba.

Die Opfer feierten ein Fest zu Ehren des Propheten Mohammed. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Huthis, die den Jemen weitgehend kontrollieren. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, war nicht klar. Er trägt aber die Handschrift des örtlichen Al-Kaida-Ablegers.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Anwohner und Sanitäter hatte zuvor von mindestens 33 Toten gesprochen. Unter den Opfern sollen sich zahlreiche Kinder und Frauen befinden.

Präsident Abed Rabbo Hadi kündigte in einer kurzen Stellungnahme an, die „Terroristen“ zu verfolgen, die diesen Angriff ausgeübt hätten. „Sie werden einer Verfolgung nicht entkommen“, sagte er.

Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten weite Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das Vorgehen war Teil eines Machtkampfs mit Präsident Hadi. Kritiker werfen den Rebellen vor, Stellvertreter des schiitischen Irans zu sein, der das Land dominieren wolle. Die Huthis bestreiten die Vorwürfe.

Die Huthis liefern sie sich Kämpfe mit radikalen Sunniten der Al-Kaida und verbündeten Stämmen. Der Jemen ist seit 2011 in Aufruhr.

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