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12.10.2011

03:28 Uhr

Anschlag auf saudischen Botschafter

USA werfen Iran Terror-Pläne in Washington vor

Der iranische Geheimdienst soll einen Anschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant haben - mit Hilfe mexikanischer Drogenbosse. Einer der Verdächtigen hat jahrzehntelang in den USA gelebt.

US-Justizminister Eric Holder (rechts) und FBI-Chef Robert Mueller. dpa

US-Justizminister Eric Holder (rechts) und FBI-Chef Robert Mueller.

WashingtonAdel Al-Jubeir ist ein häufig gesehener Gast in der Washingtoner Gesellschaft und bekannt als regelmäßiger Studiogast im TV-Sender CNN. Bestens vernetzt, vertritt er als Botschafter die Interessen Saudi-Arabiens in der Hauptstadt des großen Verbündeten.

Deshalb sollte er sterben.

Wie US-Justizminister Eric Holder am Dienstag vor der Presse enthüllte, sollen zwei iranischstämmige Männer einen „Anschlag mit Massenvernichtungswaffen“ auf Al-Jubeir in Washington vorbereitet haben. Möglicherweise hätte er in einem Restaurant in die Luft gesprengt werden sollen. Auch die israelische Botschaft sei ein potenzielles Ziel gewesen.

Besonders delikat: Die iranische Regierung soll direkt in die Pläne verwickelt sein. Einer der beiden Verdächtigen sei Mitglied der Quds-Brigaden, eine Elitetruppe der Revolutionsgarden, die vorzugsweise im Ausland operiert. „Das war direkt von hohen Quds-Beamten angeleitet“, sagte Holder. Iran und Saudi-Arabien haben ein gespanntes Verhältnis.

Holder kündigte an, die USA würden Iran zur Verantwortung ziehen. „Das ist eine unerhörte Verletzung internationalen Rechts“, sagte der Minister. Ein einmaliger Vorgang: Noch nie zuvor hatte die US-Regierung die iranische Regierung direkt einer Beteiligung an einem Terroranschlag außerhalb des Landes beschuldigt. Beobachter erwarten nun weitreichende diplomatische Konsequenzen.

Die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad dagegen wies jede Beteiligung kategorisch zurück. „Das sind Kindergeschichten“, sagte ein Sprecher. Die US-Regierung wolle nur von der miserablen Wirtschaftslage ablenken, indem sie Bedrohungen von außen erfinde.

Die Behörden in Washington sind sich dagegen ziemlich sicher, dass Manssor Arbabsiar und Gholam Shakuri den Botschafter im Auftrag der iranischen Regierung töten sollten.

Arbabsiar, ein Amerikaner iranischer Abstammung, soll sich nach Angaben eines V-Mannes des FBI mehrfach zur Vorbereitung in Mexiko aufgehalten und dortige Drogenkartelle eingespannt haben. Er habe ihnen 1,5 Millionen Dollar für deren Hilfe geboten. Arbabsiar  wurde am 29. September auf dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen. Noch heute soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

11.10.2011, 21:48 Uhr

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Das Erdöl wird wieder teurer.
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Wutbuerger

11.10.2011, 22:05 Uhr

Gold und Silber auch bald wieder .

touspourun

11.10.2011, 22:15 Uhr

"Es hätte viele Menschenleben gekostet"
"Es handelt sich um eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts"...

... Der internationale Gerichtshof ist nicht mal von der US Regierung anerkannt. Da fällt einem nichts mehr zu ein. Wie wäre es Bush, Cheney, Rumsfeld und Konsorten vor dem internationalen Gerichtshof für den Tod hunderttausender Zivilisten im Iraq den Prozess zu machen? Ist das nicht eine eklatante Verletzung des internationalen Rechts?

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