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16.01.2005

19:55 Uhr

Anschlag auf Wahllokal

Zivilisten-Leichen im Irak entdeckt

Am Wochenende hat die Polizei im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad die Leichen von 13 irakischen Zivilisten entdeckt.

HB BAGDAD/KIRKUK. Bei den Opfern, die in Latifija am Ufer des Euphrat lagen, handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 46 Jahre alte Frau und zwölf Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die durch Schüsse in den Kopf getöteten Iraker wiesen den Angaben zufolge Folterspuren auf. Bisher waren vor allem Gruppen irakischer Polizisten und Soldaten von Extremisten gefangen, misshandelt und getötet worden.

Im benachbarten Jussufija griffen Aufständische am Sonntag einen Kontrollpunkt der irakischen Sicherheitskräfte an. Dabei wurden zwei Polizisten getötet und vier irakische Soldaten verwundet. Am Samstag war südlich von Bagdad ein US- Marineinfanterist bei einem Kampfeinsatz ums Leben gekommen.

In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela entschärfte die Polizei am Sonntag eine Sprengladung, die in einem Geländewagen nahe eines Wahllokals angebracht worden war. Im Nordirak explodierte am Sonntag ein Sprengsatz vor einer Schule, die von der Wahlkommission genutzt wurde. Es entstand Sachschaden. Der Anschlag wurde in der von sunnitischen Arabern bewohnten Kleinstadt Howeidscha verübt.

Die Übergangsregierung will am 30. Januar keine Fahrzeuge in der Umgebung der Wahllokale dulden, um Autobombenanschläge zu verhindern. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz räumte unterdessen ein, dass die ersten allgemeinen Wahlen im Irak nicht völlig frei sein würden. „Ich fürchte, so etwas wie eine absolute Sicherheit gegen die außerordentliche Bedrohung (der Wähler) durch den Feind wird es nicht geben“, sagte er am Sonntag in Jakarta.

Im Nordirak nahmen US-Soldaten am Wochenende insgesamt 46 mutmaßliche Aufständische fest. Allein in Mossul wurden nach amerikanischen Militärangaben am Samstag bei Razzien elf Rebellen gefasst, darunter der mutmaßliche Anführer einer Aufständischenzelle. Mossul, die drittgrößte Stadt des Iraks, gilt in Hinblick auf die Wahlen am 30. Januar als Problemzone. Nach irakischen Medienberichten hat sich ein Großteil der Wahlhelfer unter dem Druck der Rebellen von ihren Aufgaben zurückgezogen. Weitere 15 Verdächtige nahm das US-Militär am Sonntag in Howeidscha fest, außerdem 15 in Kirkuk und fünf in Bakuba.

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