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08.06.2017

03:07 Uhr

Anschlag im Iran

Attentäter von Teheran waren Landsleute

Der Doppelanschlag in Teheran soll von Iranern ausgeführt worden sein. US-Präsident Trump verurteilt die Attacke - verknüpft damit aber gleichzeitig einen indirekten Vorwurf an den Iran.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Angriffe in der iranischen Hauptstadt Teheran für sich reklamiert. dpa

Teheran

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Angriffe in der iranischen Hauptstadt Teheran für sich reklamiert.

WashingtonDie Selbstmordattentäter von Teheran waren nach Angaben der Regierung Iraner. Sie hätten sich der Extremistenmiliz IS angeschlossen gehabt, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, Reza Seifollhai, im staatlichen Fernsehen. Die Attentäter hatten das Parlament und das Grabmal von Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini angegriffen. Dabei starben nach Angaben der Behörden zwölf Menschen.

Der IS hatte sich am Mittwoch selbst der Taten bezichtigt, die von fünf Kämpfern ausgeführt worden seien. Zudem hatten die Miliz mit weiteren Attentaten in dem Land gedroht. Es wäre der erste Anschlag der sunnitischen Extremisten im schiitisch geprägten Iran.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwochabend, er habe für die Opfer der Anschläge gebetet und sein Mitgefühl ausgesprochen - den Iran aber gleichzeitig indirekt selbst verantwortlich gemacht. Länder die Terror finanzierten, liefen Gefahr, Opfer des Unheils zu werden, das sie förderten.

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Das US-Außenministerium sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Terror habe keinen Platz in einer friedlichen und zivilisierten Welt, sagte Sprecherin Heather Nauert. Die Reaktion der USA auf einen Anschlag im Iran ist besonders, denn die beiden Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Die Trump-Regierung hat zudem mehrmals betont, dass dem Einfluss des Irans gekontert werden müsse.

Anschläge dieser Art sind im Iran eher ungewöhnlich. Der IS bekannte sich über sein Sprachrohr Amak zu den Anschlägen. Die sunnitische Terrormiliz betrachtet die schiitische Mehrheit der Iraner als Glaubensabtrünnige.

Parlamentspräsident Ali Laridschani veurteilte die Angriffe als feige Aktion, die zeige, dass sich der Iran Feinde unter militanten Islamisten gemacht habe. Der Iran sei eine Säule im Kampf gegen den Terror. Der Oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, verteidigte das Eingreifen des Irans in Kriege in der Region.

Von

ap

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