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03.12.2014

10:31 Uhr

Anschlag im Jemen

Schwere Explosion vor iranischer Botschaft

Zwei Tote und mindestens drei Verletzte: Ein blutiger Anschlag auf die iranische Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Polizei verdächtigt offenbar Al-Kaida.

Ein Bild der Verwüstung: Der Anschlag auf die iranische Botschaft hat schwere Schäden verursacht. dpa

Ein Bild der Verwüstung: Der Anschlag auf die iranische Botschaft hat schwere Schäden verursacht.

SanaaEine schwere Explosion hat am Mittwochmorgen die jemenitische Hauptstadt Sanaa erschüttert. Extremisten hätten eine Autobombe nahe des Anwesens des iranischen Botschafters gezündet, sagte ein Sicherheitsbeamter der dpa. Dabei seien zwei Wachmänner ums Leben gekommen und mindestens drei weitere Personen verletzt worden. Der Botschafter selbst habe sich nicht in der Residenz befunden.

Am Morgen hatten Medien und Augenzeugen zunächst von einem Anschlag auf das Botschaftsgebäude berichtet. Nach Informationen der jemenitischen Nachrichtenseite Al-Masdar Online hat die Polizei den Anschlagsort gemeinsam mit bewaffneten Huthi-Rebellen abgesperrt. Mehrere Gebäude in der Umgebung wurden nach Angaben von Augenzeugen durch die heftige Detonation beschädigt. Sicherheitskräfte eilten zum Anschlagsort.

Glossar Konflikte

Terrorismus

Unter Terrorismus (vom lateinischen Wort terror „Furcht, Schrecken“) versteht man Gewalt und Gewaltaktionen die politisch, ideologisch oder religiös motiviert sind und die bestehende Ordnung verändern wollen. Er verfolgt längerfristige Ziele und operiert in der Illegalität. Trotz des primären Mittels der physischen Gewalt (Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge) will Terror eher Unsicherheit und Schrecken verbreiten und damit auf gesellschaftliche Verhältnisse aufmerksam machen und Veränderungen erzwingen. Bei Aktionen wird nicht nur der Feind attackiert, sondern auch der Tod Unbeteiligter geplant oder billigend in Kauf genommen. Terrorgruppen verfügen in der Regel über Logistik und Finanzierungsquellen und vertrauen auf eine Umfeld aus Unterstützern und oder Sympathisanten.

Ein allgemein akzeptierte wissenschaftliche Definition für Terrorismus gibt es jedoch nicht.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

"Die RAF und die Medien" von Andreas Elter. Erschienen in: Wolfgang Kraushaar (Hrsg.): Die RAF und der linke Terrorismus, Hamburger Edition HIS Verlag, Hamburg 2007

Anschlag

bezeichnet laut Duden einen gewalttätigen, auf Vernichtung oder Zerstörung zielenden Angriff.

Dabei unterscheidet man zwischen:

Attentat

vom lateinischen Wort attentatum, was „Versuch an jemanden oder etwas“ heißt. Dabei will der Attentäter beispielsweise einen seiner Meinung nach wichtigen Entscheidungsträger schädigen oder töten. Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen wird die Tat meist öffentlichkeitswirksam ausgeübt.

Bekannte Beispiele sind die Erschießung der US-Präsidenten Abraham Lincoln und John F. Kennedy oder das Attentat auf Papst Johannes Paul II.

Sabotage

Als Sabotage bezeichnet man die absichtliche Störung eines wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Ablaufs zur Erreichung eines bestimmten Zieles. Dabei können aktiver oder passiver Widerstand, Störung des Arbeitsablauf oder die Beschädigung und Zerstörung von Anlagen, Maschinen oder Ähnliches eine Rolle spielen.

Quelle: Duden

Krieg

Allgemein bezeichnet Krieg einen organisierten, mit Waffen gewaltsam ausgetragenen Konflikt zwischen mindestens zwei Parteien wie Staaten. Die Ursachen können religiöser, ideologischer oder wirtschaftlicher Natur sein. In der Vergangenheit gab es zudem auch Kolonial- und Unabhängigkeitskriege. Neben konventionellen, können atomare, bakteriologische oder chemische Waffen eingesetzt werden. Zudem werden Kriege an Land, zur See und in der Luft ausgetragen. Dabei wird räumlich unter anderem zwischen lokal begrenztem, regionalem oder einem Weltkrieg unterschieden.

Bei den Zielen eines Krieges wird zwischen Angriff-, Intervention-, Sanktion-, Verteidigungs- und Befreiungskriegen differenziert.

Auch die Formen unterscheiden sich:
Beim regulären Krieg kämpfen beispielsweise staatliche, stehenden Armeen gegeneinander. Ein Volkskrieg bezeichnet einen langwierigen Krieg mit großen Heeren. Stammen die Heere aus dem Wehrdienst des eigenen Volkes spricht man von einem Milizkrieg. Beim Partisanen- oder Guerillakrieg wird der Konflikt zwischen nichtregulären Streitkämpfen einer feindlichen Staatsarmee fortgeführt.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 5., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2011.

Bürgerkrieg

ist der organisierte, mit Waffen gewaltsam ausgetragenen Konflikt zwischen sozialen Gruppen der Bevölkerung eines Staates.

Nach Angaben des Sicherheitsbeamten vermute die Polizei Anhänger der Terrorgruppe Al-Kaida hinter dem Anschlag. Die sunnitischen Extremisten widersetzen sich im Jemen dem Vormarsch schiitischer Huthi-Rebellen. Sie behaupten, die Rebellen würden mit Hilfe des Irans den Jemen beeinflussen.

Die Huthis hatten Sanaa und weite Teile des Jemens im September unter ihre Kontrolle gebracht. Ihre Anführer nehmen seitdem Einfluss auf die Politik des Landes, Milizen des Volksstammes kontrollieren die Straßen.

Von

dpa

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