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29.12.2013

20:42 Uhr

Anschlag im russischen Wolgograd

„Die Explosion war gewaltig“

Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen wird Russland von einem Terroranschlag erschüttert: Bei einem Selbstmordattentat in Wolgograd kamen mindestens 17 Menschen ums Leben. Weitere Anschläge werden befürchtet.

Wolgograd

Selbstmordanschlag in Russland

Wolgograd: Selbstmordanschlag in Russland

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WolgogradSechs Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi haben Terroristen bei einem Selbstmordanschlag in Südrussland mindestens 17 Menschen getötet. Im Bahnhof der Millionenstadt Wolgograd zündete am Sonntag ein Attentäter eine mit Nägeln und Schrauben gefüllten Bombe inmitten einer Menschenmenge. Dabei kam auch der Täter ums Leben. Es war der dritte tödliche Anschlag in der Region Südrussland in den vergangenen Wochen.

Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Fünf der Opfer schwebten am Abend noch in Lebensgefahr. Anfangs hatte es noch geheißen, eine Frau habe den Sprengsatz gezündet. Der tschetschenische Islamistenführer Doku Umarow hatte im Sommer zu Attentaten aufgerufen, um die Olympischen Spiele zu stören. Wolgograd liegt etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernt.

Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte die Tat scharf. Er forderte die Ermittler auf, die Hintermänner der Tat so schnell wie möglich zu enttarnen und zu verhaften, wie ein Kremlsprecher am Abend mitteilte. Die Islamisten im Kaukasus werfen Putin eine „blutige Besatzungspolitik“ im Konfliktgebiet vor. Der Kreml verspricht aber sichere Spiele in Sotschi. Die milliardenschwere Sportveranstaltung, die am 7. Februar startet, gilt als wichtiges Prestigeprojekt für Präsident Putin.

Russland sorgt sich wegen der jüngsten Anschläge im Süden des Riesenreiches. Ende Oktober hatte ebenfalls in Wolgograd eine Selbstmordattentäterin in einem Linienbus mit einer Bombe sechs Passagiere und sich selbst getötet. Wie diese Frau könnte auch die Attentäterin vom Sonntag aus der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus stammen, sagte ein Ermittler.

Am Freitagabend hatte die Explosion einer Autobombe vor einer Polizeistation im Kurort Pjatigorsk im Nordkaukasus drei Menschen getötet. In der bergigen Vielvölkerregion Nordkaukasus kommt es immer wieder zu blutigen Gefechten zwischen Kreml-Einheiten und Extremisten.

Bei dem jüngsten Anschlag in Wolgograd sei der Sprengsatz am frühen Nachmittag am Eingang des Bahnhofs detoniert, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, der Agentur Interfax. Dort warteten wegen der Neujahrsferien besonders viele Menschen an einer Sicherheitsschleuse auf die Kontrolle ihres Gepäcks. Auf den Bildern einer Überwachungskamera war ein großer Feuerball und eine Explosion zu sehen, die das dreistöckige Gebäude erschütterte.

„Die Explosion war gewaltig“, sagte die Augenzeugin Valentina Petritschenko dem Sender Westi 24. Viele Menschen seien in Panik losgerannt, andere seien durch die Wucht der Detonation zurückgeschleudert worden. Das Staatsfernsehen zeigte zersplitterte Fensterscheiben am Bahnhofsgebäude, und vor dem Eingang standen zwischen Schuttbergen und Schneemassen zahlreiche Rettungswagen.

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