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20.08.2015

11:28 Uhr

Anschlag in Ägypten

Bombe explodiert vor Geheimdienst-Gebäude in Kairo

Ein Anschlag erschüttert Ägypten: Mindestens 29 Menschen wurden durch die Explosion einer Autobombe in einem Vorort von Kairo verletzt. Mittlerweile hat sich ein Ableger der Terrormiliz IS zu der Tat bekannt.

Sicherheitskräfte sichern den Tatort in Kairo. dpa

Anschlag

Sicherheitskräfte sichern den Tatort in Kairo.

In einem Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind bei der Explosion einer Autobombe nach Berichten des staatlichen Fernsehens mindestens 29 Menschen verletzt worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen explodierte der Sprengsatz am frühen Donnerstagmorgen nahe einem Gebäude der Staatssicherheit und eines Gerichts im Stadtteil Schubra al-Chaima. Ein Attentäter habe vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte einen Wagen abgestellt, der kurz danach in die Luft flog, teilte das Innenministerium mit. Er selbst sei auf einem Motorrad geflohen.

Die Explosion hinterließ einen Krater rund um das ausgebrannte Auto. Zu dem Anschlag bekannte sich ein ägyptischer Ableger der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Er sei die Vergeltung für die Hinrichtung von sechs ihrer Mitglieder, die wegen eines Anschlags im vergangenen Jahr verurteilt worden seien, hieß es in der Erklärung der Gruppe Provinz Sinai. Die im Mai hingerichteten Täter hatten 2014 zwei Offiziere der Armee nördlich von Kairo getötet.

Die Regierung unter Präsident Abdel Fattah al-Sissi sieht sich seit Monaten der schwersten Anschlagsserie seit langem ausgesetzt. Vor allem die Extremisten auf der Sinai-Halbinsel haben ihre Präsenz massiv ausgebaut. Bei Anschlägen auf Polizei und Armee starben in den vergangenen Monaten Hunderte Polizisten und Soldaten.

Der ehemalige Armeechef al-Sissi hatte den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt, der als erster ägyptischer Präsident durch eine Wahl an die Macht gekommen war. Erst am Sonntag hatte al-Sissi im Kampf gegen die zunehmende Gewalt ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz gebilligt.

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