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13.10.2015

21:57 Uhr

Anschlag in Ankara

Heimische IS-Zelle rückt ins Visier türkischer Ermittler

Nach dem Anschlag in Ankara wird weiter nach den Verantwortlichen gesucht. Türkische Ermittler sollen sich dabei nun auf eine einheimische IS-Zelle konzentrieren. Präsident Erdogan gesteht Fehler der Sicherheitskräfte ein.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan räumte Fehler der Sicherheitskräfte ein. ap

Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan räumte Fehler der Sicherheitskräfte ein.

Istanbul, AnkaraTürkische Ermittler halten es einem Insider zufolge für möglich, dass eine einheimische Zelle der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem tödlichen Anschlag auf eine Friedensdemonstration in der Hauptstadt Ankara steckt. Es könne sein, dass jemand aus der Gruppe aus der südöstlichen Stadt Adiyaman für den Anschlag verantwortlich sein könnte, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Ermittlungen laufen."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan räumte Fehler der Sicherheitskräfte ein. "Es wäre arrogant zu sagen, dass es keine Fehler gab", sagte er. Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation hatten mehrere Familien aus der Stadt Adiyaman die Behörden darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Söhne sich dem IS angeschlossen hätten. "Das Problem gibt es etwa seit 2013, aber bislang wurden keine effektiven Ermittlungen eingeleitet", sagte ein Sprecher.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

Oktober 2016

Am 6. Oktober begeht die TAK einen Bombenanschlag in Istanbul. Auch die PKK attackiert türkische Polizisten in Hakkari. Am 14. Oktober kommt es zu einem Raketenangriff auf die Touristenprovinz Antalya. Der letzte Anschlag ist bisher ungeklärt.

September 2016

Auch im folgenden Monat schlägt die PKK mehrmals zu: mit einer Autobombe in der türkischen Stadt Van sowie mehreren weiteren Bombenanschlägen in der Südosttürkei sowie in Mardin.

August 2016

Am 17. August begeht die kurdische Terrororganisation PKK einen Anschlag auf ein Polizeihauptquartier in Elazig. Wenige Tage später kommt es zu einer Attacke ebenfalls auf eine Polizeistation in Cizre, für die auch die PKK verantwortlich gemacht wird.

Februar 2016

Die kurdisch-sozialistische Terrororganisation TAK (deutsch: Freiheitsfalken Kurdistans) begeht einen Bombenanschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara. In den folgenden Monaten tritt die Gruppe mehrfach in Erscheinung: Sowohl im März als auch im Juni und Oktober 2016 legen die Terroristen erneut Bomben in Istanbul, Ankara und Midyat.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

Quelle: dpa

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Bei der Explosion von zwei Bomben in der türkischen Hauptstadt während einer Friedensdemonstration starben am Samstag 97 Menschen. Zu der Kundgebung hatten pro-kurdische Aktivisten und Bürgerrechtler aufgerufen. Bereits am Montag hatte die türkische Regierung den IS für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Von

rtr

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