Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2017

17:02 Uhr

Anschlag in Syrien

Explosion in Nordsyrien tötet mindestens 43 Menschen

Die IS-Terrormiliz kontrolliert in Syrien noch immer große Gebiete – doch der Druck auf die Extremisten wächst. Die reagieren mit Anschlägen. Im nordsyrischen Asas fordert eine Explosion erneut viele Menschenleben.

Asas in Syrien

Detoniertes Tankfahrzeug tötet mindestens 43 Menschen

Asas in Syrien: Detoniertes Tankfahrzeug tötet mindestens 43 Menschen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

AleppoBei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Tanklasters sind in der von Rebellen gehaltenen nordsyrischen Stadt Asas nach Angaben von Aktivisten mindestens 43 Menschen getötet worden. Es gebe Dutzende Verletzte, viele von ihnen schwer, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten.

Der Ort liegt nördlich der Großstadt Aleppo unweit der Grenze zur Türkei. Regimegegner gehen in der Region gemeinsam mit türkischen Truppen gegen die syrische Kurdenmiliz YPG und die Terrormiliz IS vor.

Aus einem Krankenhaus der Stadt hieß es, mehr als 30 Menschen seien getötet und 55 verletzt worden. Oppositionskreise berichteten, ein Fahrzeug mit einer großen Menge Sprengstoff sei auf einem Markt vor dem Gerichtsgebäude in Asas explodiert. Videos und Fotos von Aktivisten zeigten massive Schäden an Häusern, in der Straße klafften tiefe Löcher. Das Gerichtsgebäude wurde völlig zerstört.

Zunächst war unklar, wer für die Explosion verantwortlich ist. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt in Syrien immer wieder Bombenanschläge. Auch Asas hatte in den vergangenen Monaten mehrere Explosionen erlebt.

Erst am Donnerstag waren bei der Explosion einer Autobombe in der von Regierungskräften kontrollierten syrischen Küstenstadt Dschabla mindestens 15 Menschen getötet worden. Der Sprengsatz detonierte in einer Einkaufsstraße in der Nähe des Fußballstadions.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Regime

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets, iranische Kämpfer und die Schiitenmiliz Hisbollah unterstützt. Auch Verbände aus Afghanistan und dem Irak sollen aufseiten des Regimes kämpfen.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

Rebellen

Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien - von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten, wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

Russland

Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

Der IS kontrolliert im Norden und Osten Syriens noch immer große Gebiete, ist aber zuletzt militärisch massiv unter Druck geraten. Darauf reagieren die Extremisten immer wieder mit Anschlägen.

Am Samstag rückte ein von Kurden geführtes Bündnis weiter auf die strategisch wichtige nordsyrische Stadt Tabka und ihren Staudamm vor, die der IS Ende August 2014 unter Kontrolle gebracht hatte. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eroberten den Ort Suweida wenige Kilometer nördlich von Tabka, wie die kurdische Nachrichtenseite Hawar berichtete.

Tabka ist strategisch wichtig, weil dort neben der Talsperre auch ein Militärflughafen liegt. Die SDF wird von der syrischen Kurdenmiliz YPG angeführt. Ziel der Offensive ist die Befreiung der nordsyrischen IS-Hochburg Al-Rakka. Die von den USA angeführte internationale Koalition unterstützt die Operation mit Luftangriffen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

09.01.2017, 10:06 Uhr

Wieder der friedliche Islam (Tötet Andrsgläubige)! Mit deutscher Hilfe, da wir doch islamische Schulen haben wollen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×