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12.04.2011

10:07 Uhr

Anschlag in Weißrussland

KGB jagt zwei Verdächtige

Die Suche nach den Drahtziehern des Anschlags auf die Minsker U-Bahn läuft auf Hochtouren. Nun soll es Hinweise auf zwei Täter geben. Präsident Lukaschenko befahl dem KGB das Land bei der Suche "auf den Kopf zu stellen".

Trauernde an der Minsker U-Bahn Station Oktyabrskaya. Bei dem Anschlag waren  mindestens 150 Menschen verletzt worden. Quelle: Reuters

Trauernde an der Minsker U-Bahn Station Oktyabrskaya. Bei dem Anschlag waren mindestens 150 Menschen verletzt worden.

Minsk/Moskau

"Die Suche nach ihnen läuft", teilte Innenminister Anatoli Kuleschow am Dienstag mit. Weitere Angaben machte er nicht, wie Medien in der Ex-Sowjetrepublik berichteten.

Bei dem Attentat in der zentralen Metro-Station Oktjabrskaja waren am Vortag auch mindestens 150 Menschen verletzt worden. 40 Opfer befänden sich noch in kritischem Zustand, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Minsk. Präsident Alexander Lukaschenko befahl dem Geheimdienst KGB, das Land auf der Jagd nach den Tätern "auf den Kopf zu stellen". Grenzkontrollen wurden verschärft. Beobachter erwarten, dass der seit 1994 regierende "letzte Diktator Europas" die Repressionen noch erhöht. Weißrussland galt bislang nicht als Ziel von Terroristen.

Nach dem Attentat mehren sich die Stimmen, die eine Beteiligung der Führung an der Bluttat nicht ausschließen. "Der Anschlag nützt denen, die einen Ausnahmezustand im Land und ein Abrücken Weißrusslands vom Westen wollen und zudem die Opposition verleumden", sagte der oppositionelle Ex-Präsidentenkandidat Alexander Milinkewitsch. Zahlreiche Oppositionelle sitzen im Gefängnis oder stehen unter Hausarrest. Führende Regierungsgegner flüchteten ins Ausland, nachdem das Regime Proteste gegen die von Fälschungsvorwürfen überschattete Präsidentenwahl im Dezember 2010 niedergeknüppelt hatte.

Von

dpa

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