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26.05.2017

14:12 Uhr

Anschlag von Manchester

Britische Polizei glaubt an rasche Ermittlungserfolge

Die britische Polizei macht bei ihren Ermittlungen zum Anschlag von Manchester nach eigener Aussage rasch Fortschritte, acht Menschen befinden sich in Haft. Die Spur des Selbstmordattentäters führt auch nach Deutschland.

Die britische Polizei glaubt an schnelle Ermittlungserfolge. AP

Anschlag von Manchester

Die britische Polizei glaubt an schnelle Ermittlungserfolge.

London/BerlinIn Verbindung mit dem Terroranschlag in Manchester hat die Polizei in Großbritannien zwei weitere Häuser im Stadtteil Moss Side und bei St. Helens westlich von Manchester durchsucht. Das teilte die Behörde am Freitagmorgen auf Twitter mit. Zuvor hatten die Beamten ebenfalls in Moss Side einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Die Durchsuchung habe nicht am Ort der Festnahme stattgefunden, sondern in einem anderen Gebäude, hieß es.

Auch vier Tage nach dem Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester gilt die höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien vorerst weiter. Die Situation gelte als „kritisch“, solange die Ermittlungen im Gange seien, sagte Innenministerin Amber Rudd nach einer weiteren Krisensitzung in London am Freitag. Die Warnstufe „kritisch“ bedeutet, dass ein Anschlag „unmittelbar erwartet“ wird. Für das bevorstehende lange Wochenende in Großbritannien haben die dortigen Sicherheitsbehörden allerdings keine konkreten Hinweise auf Anschlagsgefahren für Großveranstaltungen. Die Notdienste und Krankenhäuser seien dennoch auf alles vorbereitet, sagte Sicherheits-Staatsminister Ben Wallace dem BBC-Hörfunk am Freitag.

Montag ist Feiertag in Großbritannien. Am Wochenende sind zahlreiche Großveranstaltungen geplant, unter anderem das Pokalfinale in London am Samstag. Wallace betonte, die Anweisung an die Notdienste, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, sei der allgemein verschärften Sicherheitslage geschuldet. In Großbritannien gilt erstmals seit zehn Jahren wieder die höchste Terror-Warnstufe. Dies bedeutet, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte.

Bei dem Selbstmordanschlag am Montagabend auf Gäste eines Pop-Konzerts hatte ein 22-jähriger Brite libyscher Abstammung 22 Menschen ermordet. Die Ermittlungen kommen unterdessen nach Darstellung der britischen Polizei gut voran. Er könne den Menschen versichern, dass die insgesamt acht Festnahmen bedeutsam seien, sagte der Chef der Polizei von Manchester, Ian Hopkins, am Donnerstag. Auch seien bei Durchsuchungen Gegenstände entdeckt worden, die für die weiteren Untersuchungen sehr wichtig seien.

Britische Sicherheitsbehörden haben nach Regierungsangaben in den vergangenen vier Jahren 18 geplante Terroranschläge vereitelt. Allein seit der Attacke im Londoner Regierungsbezirk Westminster im März seien fünf Attentate verhindert worden, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag Regierungskreise. Der Inlandsgeheimdienst MI5 führe um die 500 Ermittlungen gleichzeitig. Jederzeit gebe es bis zu 3000 Personen, die für den Geheimdienst von besonderem Interesse seien.

Der Manchester-Attentäter Salman Abedi habe in der Vergangenheit zu diesem Personenkreis gehört, so die Quelle. Zuletzt sei er aber nicht mehr regelmäßig überprüft worden. Die Entscheidung, ob jemand als potenzieller Terrorist eingestuft werden müsse, sei schwierig.

Nach Angaben der deutschen Behörden soll Abedi sich vier Tage vor dem Anschlag in Düsseldorf aufgehalten haben. Auf dem Weg nach Manchester sei er dort umgestiegen, hielt sich nach Angaben der Düsseldorfer Polizei aber nur im Transit- und Sicherheitsbereich des Flughafens auf. Erkenntnisse über Kontakte nach Nordrhein-Westfalen gebe es nicht.

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Unterdessen stoppte die britische Polizei vorerst die Weitergabe von Informationen zu dem Anschlag an die US-Behörden, nachdem in dortigen Medien Erkenntnisse zu den Ermittlungen veröffentlicht worden waren. Dies wurde der Nachrichtenagentur Reuters aus Kreisen der Anti-Terrorimus-Fahnder bestätigt.

Im Rahmen des Nato-Gipfels in Brüssels ging die britische Premierministerin Theresa May daher die USA hart an. US-Präsident Trump verurteilte die Lecks öffentlich und kündigte Ermittlungen an. So hatte etwa die „New York Times“ Fotos vom Tatort veröffentlicht, die unter anderem Reste der Bombe sowie den Rucksack des Attentäters zeigten.

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