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30.05.2017

12:19 Uhr

Anschlag von Manchester

Polizei sucht Koffer des Attentäters

Die britische Polizei sucht nach einem blauen Koffer. Das Gepäckstück soll vor dem Anschlag im Besitz des Attentäters von Manchester gewesen sein. Vor etwa einer Woche wurden 22 Menschen bei einem Popkonzert getötet.

Foto zu Manchester-Täter veröffentlicht

Was tat der Terrorist vor dem Anschlag?

Foto zu Manchester-Täter veröffentlicht: Was tat der Terrorist vor dem Anschlag?

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ManchesterEtwa eine Woche nach der Terror-Attacke von Manchester sucht die Polizei nach einem mysteriösen blauen Koffer. Sie veröffentlichte ein Bild des Attentäters Salman Abedi mit dem großen Gepäckstück. Die Aufnahme stammt von einer Überwachungskamera und soll den 22-Jährigen wenige Stunden vor dem Anschlag zeigen. Wer Abedi mit diesem Koffer gesehen habe, solle sich umgehend bei der Polizei melden. Niemand dürfe sich dem Koffer nähern, sagte Russ Jackson von der Anti-Terror-Polizei. „Ich möchte aber betonen, dass es nicht der Gegenstand ist, der bei der Attacke benutzt wurde.“

Nach dem Sprengstoffanschlag waren Reste eines Rucksacks am Tatort gefunden worden. Der Attentäter hatte 22 Menschen nach einem Popkonzert am Montagabend mit in den Tod gerissen. Die Polizei vermutet, dass ein Terror-Netzwerk hinter der Attacke steckt.

Terrorismus in europäischen Metropolen

Paris - 20. April 2017

Auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées schießt ein Islamist mit einem Sturmgewehr in einen Polizeiwagen. Ein Beamter wird getötet, zwei weitere Polizisten und eine deutsche Passantin werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert die Attacke für sich.

Stockholm - 7. April 2017

Ein gekaperter Lastwagen rast in einer Einkaufsstraße erst in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus. Fünf Menschen werden getötet, 15 verletzt. Noch am selben Tag nimmt die Polizei einen 39-jährigen Usbeken unter Terrorverdacht fest.

London - 22. März 2017

Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke erliegen vier ihren Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter.

Paris - Februar, März 2017

Auf dem Flughafen Orly versucht ein Mann, einer patrouillierenden Soldatin das Gewehr zu entreißen, und wird erschossen. Erst Anfang Februar war nahe dem Louvre-Museum ein Ägypter niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte.

Berlin - Dezember 2016

Kurz vor Weihnachten wird die Hauptstadt zum Ziel eines Terroranschlags. Zwölf Menschen kommen um, als ein IS-Anhänger einen gekaperten Lkw in einen Weihnachtsmarkt steuert. Wenige Tage später wird der 24 Jahre alte Tunesier bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

Nizza - Juli 2016

Ein Attentäter rast mit einem Lastwagen auf der Strandboulevard in eine Menschenmenge. Mindestens 86 Menschen sterben. Der IS ist nach Angaben seines Verlautbarungsorgans Amak für den Anschlag verantwortlich.

Brüssel - März 2016

Mit mehreren Bomben töten islamistische Attentäter am Flughafen der belgischen Hauptstadt und in einer Metrostation 32 Menschen.

Istanbul - Januar 2016

Ein Selbstmordattentäter des IS zündet im historischen Zentrum mitten in einer deutschen Reisegruppe eine Bombe und reißt zwölf Deutsche mit in den Tod.

Paris - November 2015

Bei einer koordinierten Anschlagsserie am Stade de France, mehreren Restaurants und dem Musikklub „Bataclan“ töten IS-Anhänger 130 Menschen, Hunderte werden verletzt.

Kopenhagen - Februar 2015

Ein arabischstämmiger 22-Jähriger feuert auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen.

Paris - Januar 2015

Bei einem Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen koscheren Supermarkt sterben 17 Menschen. Die beiden Täter kommen später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida.

Brüssel - Mai 2014

Im Jüdischen Museum erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird er festgenommen. Als selbst ernannter „Gotteskrieger“ hatte er zuvor in Syrien gekämpft.

London - Juli 2005

Vier Islamisten mit britischem Pass zünden in der U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Madrid - März 2004

Bei islamistisch motivierten Bombenanschlägen auf Pendlerzüge sterben in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen, rund 1500 werden verletzt.

Insgesamt 14 Verdächtige sitzen derzeit in Großbritannien in Polizeigewahrsam, darunter soll auch ein älterer Bruder des Täters sein. Ein jüngerer Bruder wurde in Libyen festgenommen. Er war Medienberichten zufolge in die Anschlagspläne eingeweiht und soll die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Die Eltern der Brüder waren in den 90er Jahren vor der Herrschaft Muammar al-Gaddafis nach Großbritannien geflohen. Später waren Teile der Familie wieder in ihre nordafrikanische Heimat zurückgekehrt.

Von

dpa

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