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03.01.2006

12:29 Uhr

Anschlags-Finanzierung

Bomben zu basteln wird immmer billiger

Die verheerenden Bomben-Anschläge von London im vergangenen Juli haben die Drahtzieher einem Rundfunkbericht zufolge nur einige Hundert Pfund gekostet. Dies hätten Ermittlungen ergeben, berichtete der BBC World Service am Dienstag. Die britische Polizei lehnte eine Stellungnahme ab.

HB LONDON. Insgesamt nähmen die Kosten für die Vorbereitung und Ausführung von Attentaten seit einigen Jahren immer weiter ab, sagte Volkswirtin Loretta Napoleoni dem Sender. „Die Anschläge in den USA vom 11. September 2001 haben noch rund 500.000 Dollar gekostet“, erläuterte die Expertin für Fragen der Terrorismus-Finanzierung. „Wenn man sich dann alle folgenden Anschläge anschaut - von Bali über Istanbul nach Madrid und London - stellen wir fest, dass diese immer weniger kosten.“

Am 7. Juli 2005 sprengten sich nach Polizei-Erkenntnissen in der britischen Hauptstadt vier Selbstmordattentäter in U-Bahn-Zügen und einem Bus in die Luft und töteten 52 Menschen.

Bei den Anschlägen von Madrid im März 2004 kamen 191 Menschen ums Leben. Ermittler hatten damals erklärt, Moslem-Extremisten hätten Kleinkriminelle angeheuert und Geld aus dem Verkauf von Drogen zur Finanzierung der Anschläge verwendet. EU-Mitarbeiter hatten die Kosten für die Anschläge in Madrid damals auf weniger als 10.000 Euro geschätzt.

Die vergleichsweise geringen Kosten der Anschläge machen es Experten zufolge auch immer schwieriger, die Finanzströme von Terroristen auszutrocknen.

„Wenn jemand regelmäßig kleinere Summen von seinem Konto abhebt, um nachts Bauteile für eine Bombe zu kaufen und diese dann zusammenbaut, was kann die Bank dagegen machen?“, erklärte Douglas Greenburg, der als Mitglied einer US-Kommission die Finanzierung der Anschläge vom 11. September 2001 untersucht.

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