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14.08.2016

10:08 Uhr

Anschlagserie in Thailand

„Wir wissen, wer dahinter steckt“

Nach der Serie von Bomben- und Brandanschlägen im Süden Thailands gehen die Ermittler nach eigenen Angaben von einer koordinierten Aktion aus. Die Polizei hat Verdächtige in Gewahrsam genommen.

Nach dem Anschlag auf Hua Hin sind Ermittler auf Spurensuche. AFP; Files; Francois Guillot

Thailand

Nach dem Anschlag auf Hua Hin sind Ermittler auf Spurensuche.

Nach der Anschlagsserie in Thailand sind die Ermittler nach eigenen Angaben bei der Aufklärung der Taten entscheidend vorangekommen. „Wir wissen, wer dahinter steckt“, sagte der Vize-Sprecher der thailändischen Polizei, Piyapan Pingmuang, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Im Badeort Hua Hin, der am schwersten von der Anschlagsserie betroffen war, wurden demnach zwei Verdächtige für eine Befragung in Gewahrsam genommen.

In der Provinz Nakhon Si Thammarat sei im Zusammenhang mit einem Brandanschlag Haftbefehl gegen einen Verdächtigen ausgestellt worden, führte der Sprecher aus. Er bekräftigte die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. „Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus“, sagte der Polizeisprecher. „Wir haben in Thailand keinen Terrorismus.“

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Nach dem gewonnenen Verfassungs-Referendum präsentierte sich die thailändische Junta als Stabilitätsgarant. Doch das Vertrauen in das Militär bröckelt. Der Terror zeigt, dass das Land von Normalität weit entfernt ist.

Allerdings gehen die Ermittler von einer koordinierten Aktion aus. Die Attentate seien von einer Person angeordnet und einer Gruppe ausgeführt worden, sagte der stellvertretende Chef der thailändischen Polizei, Pongsapat Pongcharoen, am Sonntag vor Journalisten. Wen die Ermittler verdächtigen, gab er nicht bekannt. Auch hat sich keine Gruppe zu den Anschlägen bekannt.

Spekulationen, dass muslimische Rebellen aus dem äußersten Süden Thailands die Anschläge begangen hätten, hatten die Behörden zurückgewiesen. Sollte es sich doch um muslimische Rebellen handeln, wäre dies eine entscheidende Ausweitung ihres Kampfes gegen die Staatsführung des vornehmlich buddhistischen Landes.
Am Donnerstag und Freitag waren innerhalb weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes vier Deutsche.

Die Anschläge, die sich in international bekannten Urlaubsorten ereigneten, sind auch ein schwerer Rückschlag für den Tourismus. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur schwächelnden Wirtschaft des Landes. Experten zufolge fällt der Verdacht unweigerlich auf Gegner der Militärregierung sowie auf Separatisten in den drei überwiegend muslimischen Provinzen in Südthailand. Die meisten Thailänder sind Buddhisten.

Wenige Tage vor den Anschlägen hatten die Wähler per Referendum eine neue Verfassung gebilligt, die von den Militärmachthabern vorgelegt worden war. In den drei Provinzen im Süden gab es dafür allerdings keine Mehrheit. Die Armee regiert seit einem Putsch im Jahr 2014, bei dem Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gestürzt wurde. Ihre Anhänger haben jede Verantwortung für die Anschlagsserie von sich gewiesen.

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