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03.01.2010

12:54 Uhr

Anschlagsgefahr

Westergaard-Angreifer saß bereits in Haft

Der Somalier, der den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard angegriffen hat, ist Medienberichten zufolge bereits im September in Kenia kurzzeitig festgenommen worden. Er soll damals einen Anschlag auf US-Außenministerin Hillary Clinton geplant haben.

Der abgesperrte Tatort in Aarhus. dpa

Der abgesperrte Tatort in Aarhus.

HB KOPENHAGEN/BERLIN. Dem dänischen Geheimdienst sei bekannt, dass der 28-Jährige wegen eines angeblich geplanten Anschlags gegen Clinton festgehalten worden sei, berichtete die Zeitung „Politiken“ am Sonntag. Aus Mangel an Beweisen sei er später wieder freigelassen worden, meldete das Blatt unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Der dänische Botschafter in Kenia, Bo Jensen, sagte der Nachrichtenagentur Ritzau, der Somalier sei wegen Problemen mit seinen Reisedokumenten festgenommen worden. Von einer terroristischen Verschwörung hätten die kenianischen Behörden der Botschaft nichts berichtet, wurde Jensen zitiert.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) forderte eine harte Bestrafung für den Angriff auf Westergaard. „Die Meinungsfreiheit muss gegen die Vertreter von Minderheitenmeinungen verteidigt werden, die mit Waffen versuchen, Terror und Schweigen zu verbreiten“, erklärte die Gruppe am Wochenende. „Einige Muslime haben die Bilder Westergaards möglicherweise schockiert, doch es gibt für solche Gewalt und Intoleranz keine Rechtfertigung.“

Ein mit einer Axt und einem Messer bewaffneter Somalier mit Verbindungen zu El Kaida war am Wochenende in das Haus des Dänen in Aarhus eingedrungen. Der 74-jährige Karikaturist gab daraufhin einen Notruf ab und flüchtete sich in einen Sicherheitsraum. Die Polizei überwältigte den Eindringling, Westergaard blieb unverletzt. Der Angreifer wurde wegen versuchten Mordes an Westergaard und einen Polizisten angeklagt. Über seinen Anwalt wies der 28-Jährige vor Gericht beide Vorwürfe zurück. Dänemarks Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen verurteilte den Angriff auf Westergaard, „auch als Angriff auf unsere offene Gesellschaft und Demokratie“.

Berichte, wonach der Mann versuchte, die Tür zum Sicherheitsraum mit der Axt aufzubrechen, bestätigte die Polizei nicht. Weiteren Aufschluss über die Tat versprechen sich die Ermittler von der fünfjährigen Enkelin des Zeichners. „Sie hielt sich die ganze Zeit im Wohnzimmer auf“, teilte die Polizei mit.

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