Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.10.2014

09:21 Uhr

Anti-IS-Strategie

Obama berät sich mit Bündnispartnern

Die USA und ihre Verbündeten demonstrieren beim Strategietreffen Geschlossenheit im Kampf gegen die IS-Miliz. An der Schlacht um Kobane droht sich in der Türkei der Konflikt mit der PKK neu zu entzünden.

Kampf gegen IS

USA und Russland einig

Kampf gegen IS: USA und Russland einig

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WashingtonIm Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat will das internationale Bündnis seine Kräfte besser bündeln. Bei dem Strategietreffen in den USA hätten sich die Verteidigungsminister der Koalition darauf verständigt, „je nach Vermögen der beteiligten Länder ihre Fähigkeiten“ zur Anti-IS-Mission beizutragen, teilte ein mit den Gesprächen betrauter Pentagonvertreter mit.

An der Sitzung an der Luftwaffenbasis Andres in Maryland nahmen neben Präsident Barack Obama auch Militärchefs aus mehr als 20 Staaten teil, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Doch im Ringen um eine stärkere Einbindung Ankaras steht das Bündnis vor einer neuen Belastungsprobe: Die türkische Luftwaffe flog laut Medienberichten Luftangriffe gegen die kurdische Arbeiterpartei.

Entzündet haben sich die Spannungen an die anhaltende Schlacht um die von IS-Kämpfern belagerte syrisch-kurdische Stadt Kobane. Kurden in der Türkei werfen der Regierung in Ankara Untätigkeit angesichts der Gewalt gegen die Bewohner des Grenzorts vor.

Allerdings meldeten die kurdischen Verteidiger von Kobane zuletzt Erfolge gegen die Extremisten. Ihr örtlicher Vertreter Idriss Hassan sagte, die USA und deren Verbündeten hätten den Hügel Tel Schair oberhalb der Stadt bombardiert, der später von kurdischen Milizionären erobert worden sei. Am Dienstag flog die US-geführte Koalition insgesamt 21 Luftangriffe auf IS-Stellungen in und um Kobane.

Laut dem Syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte und einer weiteren Aktivistengruppe, den Örtlichen Koordinationskomitees, bombardierten die USA auch die Stadt Majadin in Ostsyrien, wo sie eine Ölraffinerie trafen und einen Großbrand auslösten.

IS-Kämpfer halten weite Teile Syriens und des Irak unter ihrer Kontrolle. Die USA begannen zunächst mit Luftangriffen auf die sunnitischen Extremisten im Irak, dann bombardierten sie deren Stellungen auch in Syrien. US-Bodentruppen will Obama nicht in den Kampf schicken, das sollen Verbündete aus der Region übernehmen.

Kampf gegen IS

Keine schnellen Erfolge zu erwarten

Kampf gegen IS: Keine schnellen Erfolge zu erwarten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Bei der Strategiesitzung nahe Washington hätten sich die Teilnehmer auch darauf geeinigt, auf „den bereits erzielten Erfolgen bei den Bemühungen der Koalition aufzubauen“, sagte der Pentagonvertreter. Doch Regierungssprecher Josh Earnest räumte auch ein, dass allein mit Luftangriffen der Terrormiliz nicht beizukommen sein könnte.

Mit dem Treffen wollte Obama auch die amerikanische Öffentlichkeit darauf einstimmen, dass der Anti-IS-Kampf möglicherweise länger dauern werde als seine eigene Präsidentschaft, die Anfang 2017 endet. Zugleich nahm er auch die internationale Gemeinschaft in die Pflicht: „Das ist eine Operation, die den Einsatz der Welt gegen den IS erfordert“, erklärte er.

Die USA drängen insbesondere Ankara, sich stärker im Kampf gegen die Terrormiliz zu engagieren. Die Türkei weigert sich jedoch bislang, den USA und deren Verbündeten Flughäfen für Luftangriffe gegen den IS zur Verfügung zu stellen.

Stattdessen flog die türkische Luftwaffe am Dienstag Angriffe auf Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe der Grenze zum Irak, wie örtliche Medien berichteten. Das Militär erklärte, es habe auf den Beschuss eines Militärstützpunkts reagiert. Die PKK und die Regierung in Ankara hatten sich 2013 auf einen Waffenstillstand geeinigt.

Die syrischen Kurden dringen neben Waffenlieferungen zur Verteidigung Kobanes auch auf offene Grenzen in die Türkei, damit Mitglieder der kurdischen Volkseinheiten (YPG) sich neu formieren können. Beide Bitten wurden jedoch bislang nicht erfüllt. Ankara argwöhnt, dass die YPG mit der PKK-Bewegung in der Südosttürkei zusammenarbeiten könnte.

Von

ap

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Paul Müller

15.10.2014, 10:13 Uhr

Die Muppet-Show: "...Militärchefs aus mehr als 20 Staaten..." nehmen teil, aber keiner kann oder will so richtig. Jetzt braucht man die Russen. Da man denen aber vor kurzem ans Öl und Gas wollte, werden die sicher nicht schnell und ohne Vorbehalte mitmachen.

Herr Peter Spiegel

15.10.2014, 10:22 Uhr

Jetzt brauchen die Amis die Russen.
Kann es sein, daß diese Herrschaften rund um Obama blöd sind.

Herr Helmut Paulsen

15.10.2014, 11:06 Uhr

Der Kampf gegen IS ist der "Lackmustest" für alle islamischen Staaten, ob sie wirklich bereit sind gegen Extremisten vorzugehen. Türkei hat schonmal nicht bestanden.

IS ist nach meiner Meinung eine künstliche Inszenierung, ausgestattet mit Waffen und Geld, die sunnitischen Extremisten und allen anderen "Kämpfern" als Magnet dient, wenn sie gegen den Westen kämpfen und ggf auch sterben wollen - dann können sie das dort - und nicht bei uns zu hause - hoffentlich !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×