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14.09.2012

00:15 Uhr

Anti-Islam-Film

Möglicher Urheber unter Polizeischutz

Lange wurde gerätselt wer das Video "Innocence of Muslims" gefertigt hat. Zumindest ein Mann in Kalifornien steht jetzt unter Polizeischutz, weil er darum gebeten hat. Ob er wirklich der Urheber ist, bleibt unklar.

Fernsehkameras vor dem Haus des angeblichen "Innocence of Muslims"-Filmers in Cerritos, Kalifornien. Reuters

Fernsehkameras vor dem Haus des angeblichen "Innocence of Muslims"-Filmers in Cerritos, Kalifornien.

Los AngelesDer mutmaßliche Macher des islamfeindlichen Films "Innocence of Muslims" ("Die Unschuld der Muslime") steht in den USA unter Polizeischutz. "Wir haben eine Bitte erhalten und wir antworten darauf. Wir sind die Garanten der öffentlichen Sicherheit", sagte der Sprecher des Sheriffs von Los Angeles am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Er machte weder Angaben dazu, wer die Behörden um Hilfe gebeten habe, noch zur genauen Art des Polizeischutzes. "Es gibt keinen Aufstand, kein Verbrechen", betonte der Sprecher. Der Grund für die Anwesenheit der Polizei sei vielmehr die Presse.

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Auch die finanziellen Unterstützer des Filmers sollen verurteilt werden.

Das Haus von Nakoula Basseley Nakoula im Ort Cerritos rund 40 Kilometer südlich von Los Angeles stand am Donnerstag unter Bewachung der Polizei, wie ein AFP-Fotograf vor Ort berichtete. Zugleich war das Haus des mutmaßlichen Produzenten des umstrittenen Films, der in der arabischen Welt seit Dienstag zu teils schweren Ausschreitungen führte, von Journalisten umringt.

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Laut US-Medien könnte es sich bei dem Mann um einen verurteilen Betrüger handeln.

Der 55-jährige Nakoula leitet nach eigenen Angaben die Produktionsfirma des Films und ist koptischer Christ. Er bestritt, der Autor des Films zu sein, der unter dem Pseudonym "Sam Bacile" auftritt. Allerdings führte eine Handynummer, unter der "Sam Bacile" US-Medien ein Interview gab, zu ihm. Nakoula war 2010 wegen Betrugs zu 21 Monaten Haft verurteilt worden.

In dem Film wird der Prophet Mohammed verunglimpft. In Kairo stürmten Islamisten am Dienstagabend die US-Botschaft. In der libyschen Küstenstadt Bengasi wurden bei einem Angriff auf das US-Konsulat der US-Botschafter Chris Stevens und drei Mitarbeiter getötet, auch mehrere libysche Sicherheitskräfte starben. Das Konsulat wurde geplündert und in Brand gesteckt. Im Jemen wurden am Donnerstag vier Menschen bei Protesten gegen den Film vor der US-Botschaft getötet.

Von

afp

Kommentare (2)

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jeneu

14.09.2012, 08:53 Uhr

Christen sind Menschen, die tun was Jesus Christus gesagt hat, besonders "Liebt eure Feinde". Terror-Christen ist eine Unmöglichkeit wie Fleischesser-Vegetarier. Leider ist der Begriff Christ nicht rechtlich schützbar und so kann sich jeder so nennen wer will.

Battal-Gazi

14.09.2012, 11:31 Uhr

Im Namen der Demokratie sind Millionen Menschen im nahen Osten getötet worden. Mehr als im Namen des Islams getötet wurden, und das im Namen der Menschenrechte.

Sind Sie auch der Meinung, dass die Demokratie verboten werden sollte?

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