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18.09.2012

10:27 Uhr

Anti-Islam-Video

Zehn Menschen sterben bei Vergeltungsanschlag

Die Gewalt ebbt nicht ab: Bei einem Anschlag wegen des islamfeindlichen Schmähvideos sterben zehn Menschen in Afghanistan. Deutschland debattiert darüber, ob ein Verbot des Videos gegen die Meinungsfreiheit verstößt.

Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

Video: Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

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KabulBei einem mutmaßlichen Vergeltungsanschlag wegen eines islamfeindlichen Schmähvideos hat ein Selbstmordattentäter in Kabul zehn Menschen mit in den Tod gerissen, die meisten davon Ausländer. Der Vize-Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammad Daud Amin, sagte, bei den Toten handele es sich um neun Südafrikaner und Russen – darunter eine Frau – sowie um deren afghanischen Fahrer. Der Sprecher der russischen Botschaft, Stepan Anikejew, sagte dagegen, Russen seien bei dem Anschlag am Dienstag nicht betroffen gewesen. Seinen Angaben zufolge starben sieben Südafrikaner, ein Kirgise, ein afghanischer Übersetzer und der einheimische Fahrer.

Die radikal-islamische Hesb-i-Islami (HIG) des früheren Premierministers Gulbuddin Hekmatjar übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf der Flughafenstraße. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt. Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass es sich um eine Attentäterin gehandelt habe.

Eine Chronik islamistischer Anschläge auf US-Einrichtungen im Ausland

7. August 1998

Bei zeitgleichen Anschlägen auf die Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 230 Menschen, Tausende werden verletzt. Drahtzieher ist Osama bin Laden.

12. Oktober 2000

Bei einem Anschlag auf den US-Zerstörer „USS Cole“ sterben im Hafen von Aden (Jemen) 17 Soldaten und zwei Täter, 39 Menschen werden verletzt. Hinter dem Anschlag steht eine mit Osama bin Laden verbündete Terrorgruppe.

14. Juni 2002

Vor dem US-Konsulat im pakistanischen Karachi explodiert ein Auto. Zwölf Pakistaner sterben. Im Februar hatte ein Attentäter vor dem Konsulat drei pakistanische Polizisten erschossen.

15. Oktober 2003

Bei einem Sprengstoffanschlag auf US-Bürger in den palästinensischen Autonomiegebieten sterben am Grenzübergang Eres drei Sicherheitsbeamte der US-Botschaft in Israel.

26. Mai 2004

Bei einer Explosion zweier Autobomben vor dem Pakistanisch-Amerikanischen Kulturzentrum im pakistanischen Karachi wird ein Polizist getötet.

6. Dezember 2004

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im saudi-arabischen Dschidda werden fünf Konsulatsmitarbeiter und vier Attentäter getötet. Al-Kaida bekennt sich zur Tat.

18. März 2008

Bei einem Attentat auf die US-Botschaft in Sanaa stirbt ein jemenitischer Wachmann. Daraufhin werden große Teile des Personals abgezogen.

9. Juli 2008

Bei einem Feuergefecht vor dem US-Konsulat in Istanbul sterben drei türkische Polizisten und drei der vier Angreifer. Die Männer werden Al-Kaida zugerechnet.

4. März 2011

Ein Kosovo-Albaner beschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main einen Bus mit US-Soldaten. Zwei Amerikaner werden getötet, zwei weitere schwer verletzt. Er gilt als extremistischer Einzeltäter. Als Motiv nennt er Rache für US-Angriffe auf Muslime.

12. und 13. September 2012

Als Reaktion auf ein Schmäh-Video über den Propheten Mohammed stürmen Muslime US-Botschaften in mehreren Ländern. Beim Angriff auf das Konsulat im libyschen Bengasi werden vier Amerikaner getötet, darunter der Botschafter. Ägyptische Demonstranten greifen die Botschaft in Kairo an. Im Jemen stürmen am folgenden Tag mehrere hundert Demonstranten die US-Vertretung in Sanaa. Drei Angreifer sterben.

Vize-Polizeichef Amin sagte, die Opfer seien Angestellte einer Luftfrachtfirma und auf dem Weg zum Flughafen gewesen. Der Attentäter habe seinen mit Sprengstoff gefüllten Wagen während des morgendlichen Berufsverkehrs in den Kleinbus der Ausländer gesteuert. 14 Menschen seien bei der Detonation in der Nähe einer Tankstelle verletzt worden.

Die HIG kämpft wie die Taliban und das Hakkani-Netzwerk gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan. Hekmatjars Gruppe hat nach eigenen Angaben auch zahlreiche Anschläge auf die Bundeswehr in Nordafghanistan verübt. Die HIG hat auch einen politischen Flügel.

Kommentare (13)

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warum-immer-wir

18.09.2012, 08:38 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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Atheist

18.09.2012, 09:15 Uhr

der Islam sei friedlich wird immer wieder beteuert, schon eine Karrikatur oder ein Video genügt um nach Ansicht der Moslems zu Mord aufzufrufen, zu morden, fremdes Eigentum niederzubrennen und ganze Staaten zu verunglimpfen. Wenn die US-Flaggen brennen, von Tausenden "Tot den Amerikanern" gerufen wird oder Pierre Vogel Hasspredigen hält, kommt niemand auf die Idee, daß es sich vielleicht auch um Volksverhetzung handelt...?
Und die Massendemonstrationen die die Welt gerade sieht, sind nur verwirrte Einzeltäter, oder?
Und unsere Politiker knicksen wieder vor den ewig Beleidigten und biedern sich an..

Axba

18.09.2012, 09:19 Uhr

Es ist TERROR, keine "Vergeltung".

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