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29.09.2011

15:14 Uhr

Anti-Roma-Demonstration

Neue Gewalt gegen Roma in Bulgarien

Seit Tagen gibt es in Bulgarien Proteste gegen die Roma-Minderheit. Jetzt hat die Polizei einen Roma-Boss festgenommen, der von der Gegenseite für die Krawalle verantwortlich gemacht wird, doch die Gewalt hört nicht auf.

Krawalle vor dem Haus des Roma-Boss „Zar Kiro“. AFP

Krawalle vor dem Haus des Roma-Boss „Zar Kiro“.

SofiaNach einer Anti-Roma-Demonstration in Bulgarien ist es erneut zu Gewalt gegen Angehörige dieser Minderheit gekommen. Nach dem friedlichen Protest im südbulgarischen Blagoewgrad überfielen nationalistisch gesinnte Skinheads in der Nacht zum Donnerstag zwei Roma im Stadtzentrum und schlugen sie zusammen. Daraufhin versammelten sich rund 300 Menschen aus dem Roma-Viertel. Die Polizei konnte weitere Zusammenstöße verhindern. Zwei Jugendliche wurden festgenommen, teilte das Innenministerium mit.

Die ethnischen Auseinandersetzungen waren nach einem Verkehrsunfall am Freitagabend im Süden des Balkanlandes losgebrochen, bei dem ein slawischstämmiger Jugendlicher vorsätzlich getötet worden sein soll. Dafür soll der am Mittwoch festgenommene Roma-Boss „Zar Kiro“ (König Kiro) verantwortlich sein. Auch nach dessen Festnahme protestierten Bulgaren slawischer Abstammung in vielen Städten gegen die Roma-Minderheit - auch in der Hauptstadt Sofia.

Die extrem nationalistische Ataka-Partei setzte ihre mehrtägige Protestaktion am Präsidentensitz in Sofia auch am Donnerstag fort. Die Partei, die sowohl im bulgarischen als auch im EU-Parlament vertretenen ist, hatte die Einberufung des Rates für nationale Sicherheit unter Vorsitz von Staatspräsident Georgi Parwanow gefordert. Das Gremium wird nun an diesem Samstag zusammenkommen und sich mit den Auseinandersetzungen befassen. Gleichzeitig soll es in Sofia wieder Anti-Roma-Proteste geben.

Die Roma in Bulgarien fürchten neue Zusammenstöße mit Nationalisten. Um sich zu verteidigen, hielten viele von ihnen nach Medienberichten Stöcke, Äxte und Schusswaffen parat. In dem Balkanland leben mehrere Hunderttausend Roma - mit wenigen Ausnahmen - in bitterer Armut. Angesichts der ethnischen Spannung im Lande wurde in der orthodoxen Kathedrale der Schwarzmeerstadt Warna am Donnerstag ein Bittgebet für Frieden abgehalten, berichtete die private Nachrichtenagentur Focus.

Von

dpa

Kommentare (1)

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dijo

30.09.2011, 08:33 Uhr

"Verkehrsunfall" - Das war ein sadistischer Mord!!!

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