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04.05.2011

08:09 Uhr

Anti-Terror-Kampf

USA nehmen weitere Al-Kaida-Anführer ins Visier

Die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden war erst der Anfang: Die USA wollen jetzt zum endgültigen Schlag gegen das Islamisten-Netzwerk in Pakistan und Afghanistan ausholen.

FBI-Liste der meist gesuchten Terroristen. Quelle: Reuters

FBI-Liste der meist gesuchten Terroristen.

Washington/IslamabadDer Einsatz gegen Bin Laden sei nur der erste einer ganzen Reihe von Angriffen auf führende Al-Kaida-Mitglieder gewesen, sagte der Berater für Terrorismusbekämpfung von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, am Dienstag. Jetzt solle die gesamte Organisation zerstört werden. Bin Laden war den Angaben zufolge unbewaffnet, als sein Haus in Pakistan erstürmt wurde. Er habe vor seiner Tötung aber Widerstand geleistet, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. In den USA wuchs unterdessen der Unmut darüber, dass Bin Laden offenkundig jahrelang unbehelligt in Pakistan leben konnte. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari ging nicht direkt auf das kaum verhohlene Misstrauen ein, sondern beschwor die Partnerschaft mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus.

Der US-Generalstaatsanwalt Eric Holder erklärte, der Kampf gegen den Terrorismus sei weit davon entfernt vorbei zu sein, und warnte vor Vergeltungsanschlägen der Al-Kaida. "Wir müssen wachsamer als je zu vor sein", forderte auch der britische Premierminister David Cameron. Dennoch bezeichnete Brennan die Al-Kaida als geschwächt: "Wir haben die Organisation geschädigt, ihre Reaktionsmöglichkeiten eingeschränkt und es ihr viel schwerer gemacht, innerhalb und außerhalb Pakistans zu agieren." Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, John Kerry, hatte zuvor erklärt, durch Drohnen-Angriffe in den pakistanischen Stammesgebieten seien zuletzt 17 Al-Kaida-Kommandanten getötet worden.

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Brennan äußerte zudem indirekt Kritik an Pakistan: Es sei unvorstellbar, dass Bin Laden sich nicht auf eine systematische Hilfe in dem Land stützen konnte. Nach jüngsten Informationen habe der meistgesuchte Mann der Welt fünf bis sechs Jahre in dem Anwesen in der Garnisonsstadt Abbottabad gelebt. Es gebe aber bislang keinen Hinweis darauf, dass der 54-Jährige von pakistanischen Behörden gedeckt worden sei. Der US-Beauftragte für Afghanistan und Pakistan, Marc Grossman, rief dazu auf, von gegenseitigen Vorwürfe abzulassen und nach vorne zu schauen. Brennan kündigte aber an, die USA würden untersuchen, wie es Bin Laden möglich gewesen sei, so lange in Pakistan zu leben.

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Auch Mitglieder des US-Kongresses pochten auf Aufklärung und stellten die US-Finanzhilfe für Pakistan infrage, die sich seit den Angriffen vom 11. September 2001 auf etwa 20 Milliarden Dollar belaufen. Viele Abgeordnete hätten ein Problem damit, ein Land zu unterstützen, das sich nicht mit ganzer Kraft einbringe, erklärte die Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Dianne Feinstein.

Kommentare (6)

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Propaganda

04.05.2011, 08:57 Uhr

Diese Lügenpropaganda nimmt wohl garkein Ende mehr....
Diesen Monat werden noch schreckliche Dinge passieren.....seid wachsam !

Account gelöscht!

04.05.2011, 10:45 Uhr

Ich hab da Deffinitionsprobleme.
Sind nicht eindringende Horden schwerbewaffneter, die schießen sprengen drohen und morden um ungeliebte Andersdenkende zu töten Terroristen oder Attentäter?
Und und erst recht deren Drahtzieher, Hintermänner Anschlagsplaner?
Was ist mit den Mitläufern und Mitwissern (wenn auch nicht im Detail)? Bin ich Terrorist?
Warum schmecken mir nur die Früchtchen meines und auch Deines, also unserem System (ich habs auch im Winter warm, immer genug zu Essen und anzuziehen, fahre mit nem Auto auf Straßen die meist glatt sind wie ein Kinderpopo, meine Kanzlerin freut sich über einen Mord (wenn das Ganze nicht nur Schmierentheater war), usw und so fort) irgendwie bitter?

Pipapo

04.05.2011, 11:40 Uhr



Zweifellos muß man sich die Option offenhalten, gegen weitere Mitglieder von Al Quaida vorzugehen.

Aber ist nicht jetzt die Zeit innezuhalten ?
Innezuhalten und auf eine Reaktion ( oder das Ausbleiben einer solchen) zu warten ?

Zumindest sollte man sich auch eine Deeskalation offenhalten.
Jesus Christus hat Nächstenliebe und Versöhnung gepredigt. Das weiß man bestimmt auch in einem Land, das einen Bibelgürtel sein eigen nennt.
Das einen Präsident hat, der am Beginn seiner Amtszeit der Welt und auch insbesondere der arabischen mit offenen Armen entgegengetreten ist und bereits den Friedensnobelpreis erhalten hat.
Einem Feldzug gleich zu wüten, wäre dieser Nation nicht angemessen.

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