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04.01.2010

08:39 Uhr

Anti-Terrorkampf

USA schicken vorerst keine Soldaten in den Jemen

Die USA haben zurzeit keine Pläne zur Entsendung amerikanischer Soldaten in den Jemen. Dies sei absolut nicht im Gespräch, sagte der Terrorismusexperte des US-Heimatschutzministeriums, John Brennan. Wegen Anschlagsdrohungen der Terrororganisation El Kaida bleiben die Botschaften der USA und Großbritanniens im Jemen bis auf weiteres geschlossen.

Der Terrorismusexperte des US-Heimatschutzministeriums: John Brennan. ap

Der Terrorismusexperte des US-Heimatschutzministeriums: John Brennan.

HB WASHINGTON/LONDON/SANAA. „Die jemenitische Regierung hat ihre Bereitschaft bekundet, El Kaida zu bekämpfen. Sie sind bereit, unsere Unterstützung anzunehmen, und wir geben ihnen, worum sie gebeten haben“, sagte Brennan dem Sender Fox News. Es sei nicht geplant, eine neue Anti-Terror-Front im Jemen zu eröffnen.

Wegen Anschlagsdrohungen der Terrororganisation El Kaida haben die USA und Großbritannien ihre Botschaften im Jemen bis auf weiteres geschlossen. Als Grund wurden am Sonntag Anschlagsdrohungen der El Kaida gegen westliche Einrichtungen genannt. Die US-Botschaft teilte mit, die Maßnahme gelte zunächst nur für einen Tag. Spanien schränkte den Zugang zu seiner Botschaft ein. Die deutsche Vertretung blieb weiter geöffnet. „Die deutsche Botschaft hat bislang keine Drohungen erhalten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die Sicherheitsvorkehrungen würden jedoch verstärkt.

Die Regierungen in Washington und London kündigten an, eine Anti-Terroreinheit im Jemen finanzieren zu wollen. Daneben soll auch die Küstenwache des Jemen unterstützt werden. Darauf hätten sich US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister Gordon Brown nach dem vereitelten Flugzeuganschlag verständigt, teilte die Downing Street mit. Die Details müssten noch ausgearbeitet werden.

Am Samstag war der amerikanische Top-General David Petraeus überraschend in der Hauptstadt Sanaa mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih zusammengetroffen. Petraeus bot nach Angaben des TV-Senders CNN weitere Hilfe seines Landes für amerikanische Anti-Terror-Aktionen an. Der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Kirbi betonte am Sonntag jedoch, dass sein Land gegen Terroristen auf seinem Staatsgebiet selbst vorgehe. Abmachungen, nach denen die USA nach eigenem Gutdünken Ziele im Jemen beschießen oder bombardieren können, gebe es keine. Der Jemen tausche lediglich mit anderen Ländern Geheimdienstinformationen aus. Petraeus befehligt die US-Streitkräfte in Nahost, Zentralasien und Ostafrika.

Am Freitag hatte Obama erstmals öffentlich die El Kaida im Jemen als Drahtzieher des vereitelten Anschlags von Detroit am 25. Dezember beschuldigt. Amerikanische Medien berichten bereits seit Tagen, die USA bereiteten Militärschläge gegen die Terroristen im Jemen vor, falls Obama einen Vergeltungsschlag befehlen sollte.

Obama und Brown hatten seit dem versuchten Attentat mehrfach miteinander telefoniert und eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Demnach wollen London und Washington sich im UN-Sicherheitsrat auch dafür einsetzen, dass die Friedenstruppen in Somalia, das vom Jemen durch den Golf von Aden getrennt ist, aufgestockt werden. Erst im Dezember hatte der somalische Präsident Sheik Sharif Ahmed die internationale Gemeinschaft um Hilfe im Kampf gegen radikal-islamische Gruppen gebeten.

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