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02.10.2011

19:48 Uhr

Anti-Wall-Street-Proteste

Massenfestnahme in New York

Die Polizei in New York reagiert auf die Proteste gegen zunehmende Armut und die Macht der Banken weiter mit Härte: Rund 700 der überwiegend jungen Demonstranten wurden festgenommen, weil sie den Verkehr behinderten.

Wall-Street-Demo legt Verkehr lahm

Video: Wall-Street-Demo legt Verkehr lahm

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New YorkBei einer Kundgebung in New York gegen zunehmende Armut und die Macht der Banken hat die Polizei mehr als 700 Demonstranten festgenommen. Zuvor hatten die Demonstranten im Rahmen der seit zwei Wochen andauernden Protestaktion im New Yorker Finanzviertel am Samstag den Verkehr auf der Brooklyn Bridge teilweise lahmgelegt.

Zu dem Einsatz am Samstag sei es wegen der Behinderung des Straßenverkehrs auf der Brooklyn Bridge gekommen, sagte Polizeisprecher Paul Browne der Zeitung „New York Times“. „Demonstranten, die den Fußweg der Brooklyn Bridge benutzt haben, wurden nicht festgenommen.“

Die Festgenommenen seien zu mehreren Polizeistationen gebracht worden und müssten mindestens mit einer Bestrafung wegen Ruhestörung rechnen.

Protestteilnehmer warfen hingegen der Polizei vor, sie in eine Falle gelockt zu haben. „Die Polizisten guckten zu und taten nichts, vielmehr sah es so aus, als leiteten sie uns auf die Fahrbahn“, sagte Jesse Myerson, Sprecher von „Occupy Wall Street“, der „New York Times“. Erst als sich schon hunderte Demonstranten auf der Brücke befanden, seien sie von Polizeibeamten mit orangefarbenen Absperrnetzen eingekreist und festgenommen worden.

Nach stundenlanger Unterbrechung wurde die berühmte Hängebrücke zwischen den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn erst am Samstagabend (Ortszeit) wieder für den Verkehr freigegeben. Einige der Festgesetzten kamen nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß, am Sonntag wurden dann die meisten anderen freigelassen. Lediglich „eine Minderheit“ befinde sich noch in Gewahrsam, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die meisten seien auf freien Fuß gesetzt worden, würden aber wegen Störung der öffentlichen Ordnung vor Gericht vorgeladen. Wie viele Demonstranten in Gewahrsam blieben, sagte der Sprecher nicht.

Am Freitagabend hatten mehr als 1500 Demonstranten friedlich gegen das aus ihrer Sicht übertrieben harte Vorgehen der Polizei bei einer früheren Aktion protestiert. Eine Woche zuvor hatte die Polizei rund 80 Mitglieder der Bewegung festgenommen, die ebenfalls den Verkehr behinderten. Ähnliche Proteste gab es in anderen Städten wie Boston, Chicago und San Francisco. Solidaritätsbekundungen erhielt die Bewegung bislang aus dem Gewerkschaftslager.

Der Demonstrationszug war Teil der Protestaktion „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“), mit der Aktivisten seit zwei Wochen im Finanzdistrikt im Süden Manhattans gegen Ungerechtigkeiten im Wirtschaftssystem protestieren. Die Aktion richtet sich insbesondere gegen Zwangsversteigerungen von Häusern durch Banken, die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Milliarden-Hilfen für Geldhäuser während der Finanzkrise.

Die Polizei nahm ca. 700 Demonstranten auf der Brooklyn Bridge fest. Reuters

Die Polizei nahm ca. 700 Demonstranten auf der Brooklyn Bridge fest.

Die Demonstranten harren seit zwei Wochen in der Nähe der Wall Street aus. Dabei kam es mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ihr Lager haben die Protestler in einem Park aufgeschlagen, das sich nahe des bei den Anschlägen des 11. September 2001 zusammengestürzten World Trade Center befindet. Das teils harte Vorgehen der Beamten wurde über per Smartphone aufgenommene Youtube-Videos weltweit bekannt. Dabei kam den Videobildern zufolge auch Pfefferspray zum Einsatz.

Kommentare (8)

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MissY

02.10.2011, 08:55 Uhr

Die WallStreet-Bosse werden sich die Macht nicht wieder so leicht vom Pöbel wegnehmen lassen. Jetzt nachdem die Grenze für Parteispenden gefallen ist, kann man mit 10% der erschlichenen und vom Volk gestohlenen Hilfsgelder eine eigene Regierung wirtschaftlich abhängig machen. D.h. weiter fette Rüstungsetats, Ölbohrungen in Nationalparks, Gasförderung auf Kosten der GEsundheit der Bevölkerung und Bankenrettung zur Milliardärsfinanzierung bei Goldman Sachs und Co.

Wer als US-Bürger dagegen demonstriert wird zusammengeknüppelt und / oder kriminalisiert.

Gods own country... sicher!

nik

02.10.2011, 09:23 Uhr

Endlich! wird in Mainstream Medien darüber berichtet...habe mir schon Sorgen gemacht.

Die Elite fürchtet zwei Sachen. Erstens die Tatsache, dass jeder Bürger ein gleiches Stimmrecht hat und somit bestehende Strukturen verändert werden könnten durch Neuwahlen. ( Was jetzt teilweise ausgehebelt wurde durch die Auflösung der Parteispendengrenze ) und einen Aufstand des gemeinen Volkes. Aber wie in China weiß man das auch zu verhindern. Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Wall Street und der Military Industrial Komplex seine eigene Panzerarmee aufstellt, um Aufstände jeglicher Art zu unterbinden.

poolliter

02.10.2011, 09:23 Uhr

Wer Wind säht wird Sturm ernten.
Und in great USA sitzen die Knarren locker.
Wenn diese Polizei-Aktion mal nicht nach hinten losgeht.

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