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08.11.2014

12:24 Uhr

Antiterrorkampf

USA schicken „Ausbilder“ in den Irak

Bis zu 1500 Soldaten wollen die USA jetzt zusätzlich in den Irak entsenden. Sie sollen sich nicht direkt an den Kämpfen gegen IS beteiligen, sondern irakische und kurdische Regierungstruppen ausbilden und unterstützen.

US-Soldaten bilden irakisches Militär aus und weiter. Nun wollen die USA 1500 zusätzliche Kräfte entsenden. dpa

US-Soldaten bilden irakisches Militär aus und weiter. Nun wollen die USA 1500 zusätzliche Kräfte entsenden.

WashingtonDamit wollen die USA im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Zahl ihrer Soldaten im Irak verdoppeln. Präsident Barack Obama genehmigte am Freitag den Einsatz von den bis zu 1500 zusätzlichen Soldaten. Teile des US-Kontingents sollen in der heftig umkämpften westlichen Provinz Anbar eingesetzt werden. Derzeit haben die USA rund 1400 Soldaten im Irak stationiert. Für den Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien wird das Präsidialamt beim Kongress 5,6 Milliarden Dollar beantragen.

Die US-Soldaten würden die irakischen Streitkräfte dabei unterstützen, ihre Offensive gegen den IS besser ausgebildet fortzusetzen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Konteradmiral John Kirby, in Washington. 870 der zusätzlichen US-Soldaten würden direkt zur Ausbildung der Iraker eingesetzt. Sie sollten im ganzen Land verteilt neun Brigaden der irakischen Armee und drei Brigaden der kurdischen Peschmerga trainieren, sagte Kirby. Andere Staaten würden auch noch über 700 Ausbilder entsenden.

1500 zusätzliche Soldaten gegen den IS

Video: 1500 zusätzliche Soldaten gegen den IS

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In der Provinz Anbar hatten die irakischen Streitkräfte besonders starke Verluste beim Vormarsch der IS-Milizen erlitten. Mindestens 6000 Soldaten waren bei den Kämpfen getötet worden, mehr als doppelt so viele nach Angaben von Diplomaten desertiert. Dadurch waren dem IS auch viele Panzer, Geschütze und Waffen in die Hände gefallen, die die USA nach dem Abzug ihrer Truppen den irakischen Streitkräften übergeben hatten.

Der IS hat weite Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat errichtet. Die USA unterstützen den Kampf der irakischen Truppen und der Peschmerga mit Luftangriffen auf IS-Ziele in beiden Ländern.

Die kurdischen Kämpfer im Überblick

Peschmerga

Im Irak stellt sich vor allem die Peschmerga den Dschihadisten entgegen, um die kurdische Autonomieregion im Norden zu schützen. Der Name der Armee bedeutet in etwa „Jene, die dem Tod ins Auge sehen“. Die Streitkräfte gingen aus bewaffneten Einheiten insbesondere der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) im Nordirak hervor. Experten gehen von etwa 130.000 bis 200.000 Kämpfern aus. Viele unterstehen der kurdischen Regionalregierung.

YPG

In Nordsyrien kämpfen derzeit insbesondere die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gegen die IS-Extremisten. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden und wollen ihre drei „autonomen Kantone“ schützen, die nach dem Rückzug der syrischen Regierungstruppen in den überwiegend von Kurden bewohnten Regionen errichtet wurden.

PKK

Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist und auch in europäischen Ländern und den USA auf der Terrorliste steht. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen.

Von

rtr

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