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30.05.2011

11:00 Uhr

Anwälte des Ex-General

Mladic wird Auslieferung an UN-Tribunal nicht überleben

General Mladic soll sich vor dem UN-Tribunal verantworten. Allerdings können seine Anwälte noch Einspruch erheben. Sie beklagen, dass ihr Mandat eine Auslieferung nicht überleben werde. Die Ärzte sind anderer Meinung.

Gewalt bei Protesten in Serbien

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BelgradDer mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic würde nach Angaben seines Anwalts eine Überstellung an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag nicht überleben. Der Verteidiger Milos Saljic erklärte am Montag, Mladic sei schwer krank und werde einen Prozessbeginn nicht mehr erleben. Er bat um mehrere Ärzte, die seinen 69 Jahre alten Mandanten untersuchen sollen. Mladic war in der vergangenen Woche nach fast 16 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Er soll in dieser Zeit zwei Schlaganfälle erlitten haben.

Die serbische Staatsanwaltschaft wirft ihm eine Verzögerungstaktik vor und hat erklärt, Mladic werde auf jeden Fall nach Den Haag ausliefert. Die Einspruchsfrist gegen diesen Beschluss läuft am (heutigen) Montagabend ab.

Den Ausführungen des Anwalts zum Trotz sind mehrere Ärzte offenbar der Überzeugung, dass Mladic gesundheitlich durchaus in der Lage ist, seinen Prozess in Den Haag durchzustehen. „Der Patient Mladic ist fähig, das Gerichtsverfahren zu verfolgen“, heißt in der Diagnose eines fünfköpfigen Ärzteteams, die am Montag von den Zeitungen in Belgrad veröffentlicht wurde. „Der aktuelle Krankheitszustand erfordert keine Behandlung im Krankenhaus, zusätzliche Diagnosen können ambulant gemacht werden“.

Anhänger von Ex-General Mladic mit Fotos ihres Idols. Quelle: dapd

Anhänger von Ex-General Mladic mit Fotos ihres Idols.

Mladic leidet nach Darstellung der Ärzte zwar dauerhaft unter den Folgen eines früheren Schlaganfalls und eines Herzinfarktes. Nach dem Schlaganfall sei der rechte Arm nur eingeschränkt einsatzfähig, das rechte Bein mache Schwierigkeiten beim Gehen. Schließlich leide der 69-Jährige an Bluthochdruck, der jedoch gut mit Medikamenten eingestellt sei. Diagnostiziert wurden „chronische Erkrankungen ohne akute Verschlechterungen“.

Bei einer Demonstration für Mladic kam es am Sonntagabend in Belgrad zu schweren Ausschreitungen. Rechtsextremisten lieferten sich im Zentrum der serbischen Hauptstadt Straßenschlachten mit der Polizei. Angesichts von Gewalt und Chaos brach die extrem nationalistische oppositionelle Radikale Partei (SRS) die Demonstration gegen die drohende Auslieferung des Ex-Generals ab. Mit einigen tausend Menschen waren deutlich weniger als erwartet zur Unterstützung von Mladic vor dem Parlament im Zentrum Belgrads erschienen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.05.2011, 11:54 Uhr

Auslieferung dieses Kriegsverbrechers sofort ohne Juristische Spielchen.
Und wenn er auf dem Weg nach Den Haag den Tod erleidet, auch gut, dann spart man die Gerichtskosten.
Keine Gnade für diesen Völker Mörder, eine Gerichtsverhandlung ist viel zu Human für eine solche Bestie.
Er müsste den Tod durch die Menschen erleiden, die er ohne Gnade ermorden ließ.
Basta.
Danke

Account gelöscht!

30.05.2011, 13:53 Uhr

Bei so einem Scherverbrecher dürfte es gar keine Einspruchsfrist geben von seinen Anwälten. Die sollten sich schämen.
Solche Verbrecher haben in keinster Weise freundliche Behandlung verdient

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