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09.11.2014

16:24 Uhr

Apec-Gipfel

Putin bandelt mit China an

Mit einer Charme-Offensive und vielen Milliarden umwirbt China seine Nachbarn im Asien-Pazifik-Raum. Mit Moskau schließt Peking ein großes Gasgeschäft ab – Putin will seine Abhängigkeit von Europa verringern.

Putin hat mit seinem chinesischen Kollegen Xi einen großen Gas-Deal abgeschlossen. ap

Putin hat mit seinem chinesischen Kollegen Xi einen großen Gas-Deal abgeschlossen.

PekingChina will die neue Handelsordnung im Raum Asien-Pazifik maßgeblich mitgestalten. Zur Eröffnung eines Treffens der Wirtschaftsführer der Asiatisch-Pazifischen Kooperationsgemeinschaft (Apec) rief Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zu engerer Kooperation und wirtschaftlicher Integration auf. China werde 40 Milliarden US-Dollar in einen „Seidenstraßen-Fonds“ stecken, um die Märkte besser anzubinden.

Mit Russland unterzeichnete China 17 Abkommen, darunter eine Absichtserklärung über umfangreiche russische Gaslieferungen. Mit dem Gasgeschäft will Russland angesichts der Sanktionen wegen der Ukraine-Krise seine Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern. Es geht um jährlich 30 Milliarden Kubikmeter von 2019 über 30 Jahre aus West-Sibirien. Von dort wird heute auch Europa versorgt.

Die Lieferungen über eine neue Leitung im Westen wären zusätzlich zu dem Gasgeschäft über 38 Milliarden Kubikmeter jährlich im Gesamtwert von 400 Milliarden US-Dollar über die Ostroute, das im Mai unterzeichnet worden ist. „Mittelfristig“ könnten die Lieferungen an China größer werden als die Mengen für Europa, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller laut russischer Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Xi und Putin versicherten sich bei einem Treffen der gegenseitigen Unterstützung und Kooperation „ungeachtet der Veränderungen in der internationalen Arena“. Das 25. Jubiläum des Apec-Prozesses nutzte China auch dafür, das Forum der 21 Pazifik-Anrainer mit Veranstaltungen für Staats- und Regierungschefs auch aus anderen Nachbarregionen noch zu erweitern.

Mit dem „Seidenstraßen-Fonds“ sicherte sich Xi unter anderem die Unterstützung der Führer aus Bangladesch, Kambodscha, Laos, der Mongolei, Myanmar, Pakistan und Tadschikistan. Der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen begrüßte den Vorstoß: „Das ist eine großartige Initiative, von der die Region stark profitieren kann.“

Kommentare (1)

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Herr thomas oldendorp

10.11.2014, 12:24 Uhr

RUßLAND-CHINA-ZUSAMMENARBEIT
............................
der westen wird die Sanktionen gegen rußland
noch bitter bereuen und teuer bezahlen..
..
rußland und China vereinbaren eine langjährige
zusammenarbeit, in der kapital und Rohstoffe
sinnvoll kombiniert werden..

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