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24.06.2013

11:40 Uhr

Appell an Banken

China fordert Vorsicht bei Kreditvergabe

Viele Banken umgehen die Regeln zur Kreditvergabe. Die Regierung in Peking will dem nun einen Riegel vorschieben um die dunkle Seite des chinesischen Kreditwesens in den Griff zu bekommen.

Chinesische Kredite sollen zu strengeren Konditionen gewährt werden. Reuters

Chinesische Kredite sollen zu strengeren Konditionen gewährt werden.

PekingChinas Zentralbank will die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe zu mehr Vorsicht drängen und hat damit die Aktienkurse in Asien auf Talfahrt geschickt. Bank-Aktien fielen in Shanghai so stark wie seit November 2008 nicht mehr. Die Währungshüter forderten die Kreditinstitute auf, die Steuerung der Liquidität zu verbessern, wie die Notenbank am Montag mitteilte. Allerdings sei genügend Geld im Markt vorhanden. Das dämpfte Sorgen vor einer Kreditklemme in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. „Die Panik vor Liquiditätsengpässen scheint nachzulassen”, sagte ein Händler. Die Banken würden sich wieder Geld leihen, es scheine aber keine frischen Mittel der Zentralbank zu geben.

Die Geldmarktzinsen gaben spürbar nach. Sie liegen aber immer noch bei 6,7 Prozent, vergangene Woche waren es noch mehr als zehn Prozent gewesen. Die Weigerung der Zentralbank, den Markt weiter mit Geld zu fluten, hatte am Freitag die Zinsen am chinesischen Geldmarkt zeitweise auf Rekordwerte getrieben und die Furcht vor einer Finanzkrise geschürt. Im schlimmsten Fall könnte der Geldmarkt austrocknen, wie es im Westen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 geschehen war. Das würde Chinas Wirtschaft stark belasten und hätte auch große Auswirkungen auf die wichtigsten Handelspartner und die Weltwirtschaft.

Die Regierung geht Medienberichten zufolge derzeit gegen das Schattenbankensystem vor, das gewaltige Ausmaße erreicht hat, aber kaum kontrolliert ist. Viele Banken umgehen die Regeln zur Kreditvergabe, indem sie stattdessen Investment-Produkte anbieten. Mehrere Beobachter hatten eine „freundliche Missachtung” durch die Regierung in Peking als möglicherweise effektives Vorgehen bezeichnet, um die dunkle Seite des chinesischen Kreditwesens in den Griff zu bekommen.

Die größten Investmentbanken der Welt 2012

Rang 10

Den zehnten Platz erreicht die Bank Rothschild im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Das Haus betreute 2012 Unternehmenskäufe und Zusammenschlüsse im Wert von rund 246,5 Milliarden Dollar.

Quelle: Mergermarket

Rang 9

Den neunten Platz erreichte die Investmentbank-Sparte der UBS. Sie betreute 2012 Transaktionen im Wert von 247,5 Milliarden Dollar.

Rang 8

Bank of America Merill Lynch betreute Deals im Volumen 332,1 Milliarden Dollar.

Rang 7

Die Schweizer Credit Suisse erreichte mit einem Transaktionsvolumen von 362 Milliarden Dollar den siebten Platz weltweit.

Rang 6

Die britische Barclays betreute 2012 Übernahmen und Fusionen im Volumen von 389,8 Milliarden Dollar.

Rang 5

Die Deutsche Bank erreichte immerhin den fünften Rang im weltweiten Übernahmegeschäft. Sie steuerte Deals über 390,6 Milliarden Dollar.

Rang 4

Die US-Bank JP Morgan betreute 2012 Deals im Wert von 422,8 Milliarden Dollar.

Rang 3

Unter die Top-3 kommt die Citigroup mit Deals über 425,1 Milliarde Dollar.

Rang 2

Den zweiten Platz eroberte Morgan Stanley mit Deals über 488,4 Milliarden Dollar.

Rang 1

Den Spitzenplatz erreichte die Investmentbank Goldman Sachs, die Fusionen und Übernahmen mit einem Volumen von 555,9 Milliarden Dollar betreute.

Die jüngsten Turbulenzen zeigen nach Einschätzung von Experten aber an, dass es schwerer als erwartet werden könnte, die chinesische Wirtschaft auf eine breitere Basis zu stellen. Noch ist sie stark von kreditfinanzierten Investitionen abhängig. Goldman Sachs und die China International Capital Corp (CICC) senkten ihre Wachstumsprognosen für die Volksrepublik für das laufende Jahr auf 7,4 Prozent. Die Führung in Peking unter Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang will die Binnenwirtschaft stärken und vor allem dem Konsum eine größere Bedeutung zukommen lassen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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littlechinaworld

24.06.2013, 12:17 Uhr

Diese Maßnahmen sind in letzter Konsequenz sicherlich richtig, doch in ihren Wirkungen wohl noch weit unterschätzt. Eine Verlangsamung des Wachstums, das unweigerlich diesen Maßnahmen folgen wird, dürfte sich in den Wachstumszahlen, den Investitionen, den Aussichten u.s.w. widerspiegeln und dann auch die Aussichten für die Weltwirtschaft eintrüben. Dieser Drogenentzug wird weltweit zu irrationalen Wendungen führen und womöglich zeichnet sich eine selbsterfüllende Prophetzeiung ab, die auch Herrn Draghi sicherlich nicht behilflich sein wird.
Und wer der Meinung ist, das China mit seinen Währungs-reserven die Sache schon in den Griff bekommen wird, der mag dann drüber nachdenken, das diese Stützungsgelder hoffentlich reichen mögen, um die finalen Verluste aus den sich abzeichnenden Turbulenzen damit gedeckt werden können. Das Geld geht dann nicht mehr in die weite Welt
und 2 Billionen Doller sind in China gerade mal 1800 USD pro Nase...ich stelle mich auf fallende Kurse und Indizees ein...so 8-12 Prozent sind glaube ich nicht zu üppig für eine Korrektur. Da gab es schon schlimmere Entwicklungen

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