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20.06.2015

04:12 Uhr

Appell an Europa und USA

Putin ruft zum Kampf gegen das „absolut Böse“ auf

IS, Iran, Syrien: Russland will den Westen im Kampf gegen Terror unterstützen, versichert Putin auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Mit den Aussagen will er vor allem internationale Investoren beruhigen.

Kremlchef Wladimir Putin will im Kampf gegen den Terror mit dem Westen kooperieren. ap

Russland

Kremlchef Wladimir Putin will im Kampf gegen den Terror mit dem Westen kooperieren.

St. PetersburgTrotz der Spannungen wegen der Ukraine-Krise hat Russland dem Westen seine Bereitschaft zur Kooperation im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat versichert. Auch bei anderen globalen Herausforderungen wolle Russland helfen, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Freitag auf dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Sein Land wolle ebenso wie die anderen Verhandlungspartner ein schnelles Abkommen im Atomstreit mit dem Iran und einen friedlichen politischen Wechsel in Syrien erwirken.

An Teheran dürften jedoch keine Forderungen gestellt werden, die „unerfüllbar“ seien. Er zeigte seine Bereitschaft, den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu Gesprächen über einen politischen Übergang zu ermutigen. Russland unterstütze die syrische Regierung nur deshalb, weil man verhindern wolle, dass radikale Kräfte in dem Bürgerkriegsland erfolgreich sein und eine Terrorherrschaft einsetzen könnten.

Sollte Assad sein Amt verlieren, drohe Syrien eine Entwicklung wie in Libyen oder im Irak. Der russische Präsident rief die „Partner“ in Europa und den USA zu „zusätzlichen Anstrengungen“ im Kampf gegen das „absolut Böse“ auf, den „Fundamentalismus“ sowie die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS).

Putin nutzt das jährlich stattfindende Forum stets, um das Bild Russlands bei internationalen Investoren aufzupolieren und Sorgen wegen des politischen Kurses Moskaus zu mindern. Auf Kritik am Westen verzichtete er aber nicht. Den USA warf er vor, Russlands Interessen zu ignorieren und anderen Staaten ihren Willen aufzudrängen.

Im Konflikt um die Ostukraine forderte er mehr Rechte für die von prorussischen Rebellen gehaltenen Regionen. Nur so könne die Auseinandersetzung beendet werden. Den Separatisten müsse Amnestie gewährt werden, zudem sollten Regionalwahlen stattfinden. Den russischen Einfluss auf die Separatisten dementierte er aufs Neue und versicherte, Russland strebe keine Hegemonie in der Region an.

Russlands Wirtschaft ist - teils aufgrund von Sanktionen der EU und USA im Zuge des Ukraine-Konflikts - in die Rezession gerutscht. Dennoch machte Putin am Freitag klar, die Ökonomie seines Landes sei auf dem Weg der Besserung. Der Westen schade sich mit den Strafmaßnahmen nur selbst.

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