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29.04.2013

14:14 Uhr

Arabische Liga besorgt

27 Tote bei Anschlägen im Irak

Seit die Sicherheitskräfte vergangene Woche auf Demonstranten schossen, ist im Irak nichts mehr wie vorher. Die Sunniten drohen dem schiitischen Regierungschef. Die Arabische Liga ist zutiefst besorgt.

Sicherheitskräfte inspizieren die Überreste einer Autobombe in Kerbala. Reuters

Sicherheitskräfte inspizieren die Überreste einer Autobombe in Kerbala.

Bagdad/ErbilDer Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak nimmt bedrohliche Formen an. Am Montag starben als Folge von politisch motivierter Gewalt und religiösem Fanatismus 27 Menschen. Die Arabische Liga erklärte: „Wir sind schockiert über diese gefährlichen Entwicklungen.“ Der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, rief die politischen Führer in Bagdad auf, die Gewalt zu stoppen.

Die meisten Opfer gab es am Montag in den Städten des Südens, in denen vorwiegend schiitische Muslime leben. Der irakische Sender Sumeria TV meldete, in der Stadt Al-Amara seien 16 Zivilisten getötet worden, als zwei Autobomben an einem Ort explodierten, an dem Gelegenheitsarbeiter morgens ihre Dienste anbieten.

In Al-Diwanija starben vier Menschen durch eine Autobombe, die neben einem Schnellrestaurant detonierte. Auch in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela traf es Menschen, die vor einem Restaurant standen. Hier starben nach Angaben der Sicherheitskräfte fünf Menschen. In Al-Mahmudija wurden sechs Menschen durch die Explosion einer Autobombe verletzt.

Irak

Einwohner

29 Millionen

Staatsform

föderale Republik

Staatschef

Dschalal Talabani

Besonderheiten

In Schiiten und Sunniten gespaltenes Land, in dem Iran und die Türkei um Einfluss rivalisieren.

In der nördlichen Stadt Mossul kämpften Extremisten gegen Einheiten von Polizei und Armee. Zwei Soldaten kamen ums Leben. Insgesamt wurden 71 Verletzte gezählt. Das irakische Nachrichtenportal Schabak meldete, in Mossul seien binnen 48 Stunden 29 Terrorverdächtige festgenommen worden.

Der Ministerpräsident der in Erbil ansässigen kurdischen Autonomieregierung, Nechirvan Barsani, traf mit einer Delegation in Bagdad ein. Die Kurden sind zwar eigentlich an der Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki beteiligt. Ihre Minister nehmen jedoch wegen strittiger Fragen zwischen Erbil und Bagdad nicht mehr an den Kabinettssitzungen teil. Die Kurdenparteien sind besorgt über die bereits seit vier Monaten andauernden Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten. Bisher zögern sie trotz aller Kritik an Al-Maliki, in diesem Konflikt Partei zu ergreifen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

29.04.2013, 17:41 Uhr

Besorgnis zu äußern verpflichtet ja nicht, auch anderweitige Beschlüsse oder Maßnahmen zu fassen und einzuleiten. Aber dafür ist die Arabische Liga bekannt. Denn in Bezug zu Syrien herrscht gähnende Stille.

Sind_mir_egal_geworden

30.04.2013, 08:02 Uhr

Die Arabische Liga - allesamt nur Intrigenflechter. Große Zusagen nach dem Tsunami aber hinterher kaum etwas gemacht ... wer hat geholfen der "böse" Westen. Saudi Arabien ein Stützpfeiler des Fridens aber unterstützt Al Kaida und scheisst auf Menschenrechte, usw usw.
Von mir aus können die sich aller sehr gern gegenseitig umbringen. Ich spende jedenfalls nicht einen Cent mehr für irgendetwas in diesen oder anderen muslimischen Staaten - die großen Bruderstaaten (die auf Öl, gas und Reichtum sitzen) könnten ja tatsächlich mal humanitär, ökologisch oder sozial ihren "Brüder" helfen!
Die Lehre für den "Westen" muss doch nach Jahrzenten mal sein "man hilft und die bekämpfen einen" Irak, Afgahnistan, Nord Afrika usw. Was soll es - verkauft denen doch unsere Waffen, damit die sich gegenseitig umbringen und wir erhalten wenigstens Arbeitsplätze

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