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25.03.2013

15:36 Uhr

Arabische Liga

Sitz für Syrische Opposition

Die syrische Opposition nimm den vakanten Platz Syriens in der Arabischen Liga ein. Frankreich ruft die Opposition derweil zur Besinnung. Diese dürfe nicht in Extremismus abgleiten. Zuletzt gab es Anschläge auf Assad.

Die syrische Opposition nimm den Platz Syriens in der Arabischen Liga ein. dpa

Die syrische Opposition nimm den Platz Syriens in der Arabischen Liga ein.

DohaDer vakante Sitz Syriens bei der Arabischen Liga ist offiziell der syrischen Opposition zugesprochen worden. „Die Opposition wurde zum Gipfel der Arabischen Liga eingeladen und wird den Platz Syriens bei der Arabischen Liga einnehmen“, teilte ein ranghoher Vertreter der Organisation am Montag mit. Ahmed Moas al-Chatib, der am Sonntag als Chef der Syrischen Nationalen Koalition zurückgetreten war, soll die Delegation trotzdem leiten.

Die syrische Opposition müsse selber darüber entscheiden, in welcher Form sie den Gipfel besuche, fügte der Vertreter, der anonym bleiben wollte, hinzu. Die Nationale Koalition, das wichtigste syrische Oppositionsbündnis, wird inzwischen von vielen Staaten als rechtmäßige Vertretung der syrischen Bevölkerung anerkannt. Syriens Mitgliedschaft in der Arabischen Liga war im November 2011 suspendiert worden. Algerien und der Irak hatten Bedenken geäußert, der Opposition den vakanten Sitz zuzusprechen.

Al-Chatib kündigte am Montag auf seiner Seite in dem sozialen Netzwerk Facebook an, zum Gipfel der Arabischen Liga am Dienstag in Katar zu reisen und dort eine Rede „im Namen des syrischen Volkes“ zu halten. Dies habe nichts mit seinem angekündigten Rücktritt zu tun, der „zu einem späteren Zeitpunkt debattiert“ werde. Nisar Haraki, ein Vertreter der syrischen Opposition in Katar, bestätigte, dass al-Chatib die insgesamt achtköpfige Delegation anführen werde. Demnach ist auch der neugewählte Übergangsregierungschef der Opposition, Ghassan Hitto, vertreten. Al-Chatib galt als Gegner der Nominierung Hittos.

Frankreich rief die syrische Opposition vor dem Hintergrund der internen Querelen zur Einigung auf. „Wir wollen, dass die Opposition (...) reformorientiert bleibt, und wir sind absolut nicht damit einverstanden, dass sie Richtung Extremismus abgleitet“, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius dem Radiosender Europe 1. Der Minister äußerte sich auch zu Gerüchten, wonach der syrische Staatschef Baschar al-Assad durch einen iranischen Leibwächter ermordet worden sein soll. Der Minister verwies auf die Information durch einen Internetdienst. „Aber sie ist nicht bestätigt.“

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Durch eine Bombenexplosion wurde unterdessen der Chef der Freien Syrischen Armee, Riad Assaad, nach Angaben von Aktivisten verletzt. Der Sprengsatz sei am Sonntagabend detoniert, als Oberst Assaad in Majadin in der Region Deir Essor in einem Fahrzeug unterwegs war, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mitteilte. Nach Angaben des türkischen Außenministeriums verlor er ein Bein und wurde zur Behandlung in die Türkei gebracht. Sein Gesundheitszustand sei stabil.

Assaad war einer der ersten ranghohen Militärs der regulären Streitkräfte, der zu den Aufständischen überlief. Nach der Ernennung von Selim Idriss zum Generalstabschef der aus Deserteuren gebildeten Freien Syrischen Armee schwand Assaads Rolle allerdings.

Bei Raketenangriffen im Zentrum der Hauptstadt Damaskus wurden nach Angaben des Fernsehens sowie der Nachrichtenagentur Sana am Montag mindestens ein Mensch getötet und sechs weitere verletzt. „Terroristen“ seien für die Angriffe auf den zentralen Platz verantwortlich, berichtete Sana. Mit dem Begriff bezeichnet die syrische Führung die bewaffneten Aufständischen im Land. In Syrien herrscht seit rund zwei Jahren Bürgerkrieg.

Von

afp

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